London/Kiew/Berlin. Sommerzeit ist Transferzeit. Und das nicht nur mit Blick auf den alljährlichen Urlauberreiseverkehr. Auch so mancher Profi-Fußballer packt aktuell seine Koffer, um zu neuen Horizonten aufzubrechen. Die "Wiener Zeitung" hat die jüngsten Transfers und Transfergerüchte im europäischen Fußballzirkus auf einen Blick zusammengefasst:

Marko Arnautovic: Die Anzeichen, dass ÖFB-Teamspieler Marko Arnautovic innerhalb der englischen Premier League von Stoke zu Everton wechseln soll, verdichten sich. Wie die "Kronen Zeitung" berichtet, soll der 27-jährige Flügelstürmer bereits einen Vierjahresvertrag beim elften der abgelaufenen Saison unterschrieben haben. Eine Bestätigung über den Transferdeal lag am Dienstagabend noch nicht vor.

Joe Allen: Während Arnautovic geht, hat Stoke City bereits Ersatz gefunden und mit Joe Allen einen walisischen Star der EM von Premier-League-Konkurrent Liverpool verpflichtet. Der 26-jährige Mittelfeldspieler verlässt die Anfield Road und unterschrieb einen Fünfjahresvertrag, wie Stoke am Montagabend mitteilte. Die Ablösesumme könne auf bis zu 13 Millionen Pfund (15,5 Millionen Euro) steigen, hieß es. Allen hatte in Frankreich ein starkes Turnier für den Halbfinalisten absolviert.

Aleksandar Dragovic: Im Fall von ÖFB-Teamspieler Aleksandar Dragovic hingegen geht der Wechselpoker weiter. Nachdem der TV-Fernsehsender "Sky" den Transfer von Dynamo Kiew zu Bayer Leverkusen bereits als fix vermeldet hatte, wurde die Nachricht am Dienstag von Bayer-Sportchef Rudi Völler dementiert: "Wir stehen in Verhandlungen, aber nicht zu diesen genannten Summen", wird Völler auf der Webseite des Fußball-Magazins "kicker" zitiert. Eine Einigung, wonach der 25-jährige Verteidiger um feile 19 Millionen Euro nach Leverkusen wechseln soll, bezeichnete Völler als "völligen Blödsinn".

Gonzalo Higuaín: Um weitaus mehr Geld geht es beim Transferdeal rund um den Argentinier Gonzalo Higuaín - und es könnte einer der teuersten Wechsel überhaupt werden, soll doch Higuaín von SSC Napoli zu Juventus Turin kommen. In Italien wird bereits über eine Transfersumme in der Höhe von 94,7 Millionen Euro spekuliert. Immerhin schoss der 28-jährige Star in den vergangenen drei Saisonen 71 Tore in 104 Meisterschaftsspielen für Napoli. Die Süditaliener würden zwar ihren Toptorjäger verlieren, für den Angreifer im Gegenzug aber so viel Geld wie nie zuvor in ihrer Klubgeschichte einnehmen. Der reiche Serienmeister aus Turin dürfte seine Dominanz auf nationaler Ebene weiter ausdehnen - auch im Fall eines Verkaufs des Franzosen Paul Pogba. Sollte der Transfer nicht noch in letzter Minute scheitern, stößt Juventus in eine Dimension vor, die bis jetzt nur Real Madrid erreicht hat. Der Champions-League-Sieger überwies Tottenham vor drei Jahren für den Waliser Gareth Bale den Rekordbetrag von knapp über 100 Millionen Euro.

Filip Kostic: Billiger ist dagegen der Wechsel von Filip Kostic vom VfB Stuttgart zum Hamburger SV. Wie der Bundesligist aus der Hansestadt bekannt gab, hat der serbische Nationalteamspieler einen Fünfjahresvertrag erhalten. Die Ablöse soll angeblich rund 14 Millionen Euro betragen, damit wäre der 23-Jährige vor Rafael van der Vaart (13 Millionen Euro) der teuerste Transfer der Geschichte des HSV. Den Kostic-Transfer und den Kauf des kroatischen Jungstars Halilović für geschätzte fünf Millionen Euro stemmt der Klub dank der Hilfe des Managers Klaus-Michael Kühne. Der Kredit ist umsonst, es sei denn, Hamburg qualifiziert sich international.