Fachkompetenz kaufen

Erfolgreiche englische Trainer gibt es schon lange nicht mehr. Zwar stammen seit Einführung der Premier League 1992 55 Prozent der Trainer aus England, gewonnen hat die Liga aber noch keiner von ihnen. Der äußerst erfolgreiche Sir Alex Ferguson war Schotte. Er ist jedoch ein sehr pragmatischer, bauernschlauer Typ, keiner der versuchte den Fußball auf der Insel zu revolutionieren.

Dazu wäre es aber an der Zeit. Der Titel des kleinen Leicester könnte einen Anfangspunkt darstellen. Leicesters Sieg über die großen Klubs war ein Sieg der Taktik über die Individualität. Die englischen Vereine scheinen nun eher verstanden zu haben, dass es nicht nur gute Spieler, sondern auch gute Trainer braucht. Einige der weltbesten Trainer wechselten diesen Sommer neu in die Liga. José Mourinho ist zurück in England und trainiert Manchester United, Pep Guardiola ist neu bei Manchester City, und Antonio Conte wechselte nach drei Meistertiteln mit Juve und einer guten EM zu Chelsea. Jürgen Klopp startet nun in seine erste komplette Saison mit Liverpool. Diese Trainer bringen viel Qualität mit sich und könnten die Premier League mit neuen Ideen beflügeln, obwohl es auch für sie nicht einfach wird. Zu lange gab es in England ein Festhalten an veralteten Denkstrukturen. Diese aufzubrechen ist kein einfacher Prozess, aber die Verpflichtungen von Leuten wie Guardiola, Conte oder Klopp sind ein wichtiger erster Schritt. Mit viel Geld kann man sich eben auch die weltbesten Trainer kaufen.