St. Pölten. (bel) "Diese Erfahrung ist mit Abstand das Schmutzigste, was ich jemals erlebt hatte". So äußerte sich nun Daniel Beichler im Interview bei Laola1.at über seinen Rechtsstreit mit dem SKN St. Pölten. Der ausgemusterte Flügelspieler schießt scharf, vor allem gegen Sportdirektor Frenkie Schinkels.

Dabei müsste in St. Pölten eigentlich alles perfekt sein. Erstmals seit 22 Jahren ist wieder ein Verein aus der niederösterreichischen Landeshauptstadt in der Bundesliga aktiv. Nach dem Titelgewinn mit Punkterekord in der Ersten Liga trauten viele Fans der Mannschaft auch in der Bundesliga einiges zu. Doch sportlich läuft es noch nicht rund für den SKN, nach fünf Spielen stehen nur drei Punkte am Konto der Mannschaft. Doch das Sportliche wurde in St. Pölten zuletzt von einem bitteren Rechtsstreit überschattet.

Das Recht auf Profifußball

Daniel Beichler hat in seiner Karriere schon einiges mitgemacht. Der 27-jährige Grazer kämpfte mit zahlreichen Verletzungen, spielte bereits in Deutschland, der Schweiz und Italien. Im Sommer 2015 kam er zum SKN St. Pölten. Dort steht seit 2013 auch der mittlerweile 34-jährige Pole Tomasz Wisio unter Vertrag. In der vergangenen Saison spielten beide im Team von Karl Daxbacher aber keine große Rolle. Nach dem Aufstieg in die Bundesliga plante der Verein nicht mehr mit Wisio und Beichler. Die beiden Spieler wurden daher aus dem Kader aussortiert, die Vorbereitung sollten sie bei der zweiten Mannschaft in der Regionalliga, den SKN Juniors, mitmachen. Doch dabei machte der Verein die Rechnung ohne die Spielergewerkschaft, die Vereinigung der Fußballer.

Tomasz Wisio und Daniel Beichler haben beide einen Vertrag als Profifußballer, bei den Juniors in der Regionalliga findet aber bekanntlich kein Profibetrieb statt. Daher schaltete sich die VdF ein und forderte den Verein zur Rücknahme der Maßnahmen auf. Dazu wurde dem SKN ursprünglich eine Frist von acht Tagen gesetzt, die der Verein aber verstreichen ließ. Während VdF-Geschäftsführer Rudolf Novotny von eklatanten Verstößen gegen die im Kollektivvertrag festgelegten Regelungen spricht, behauptete Sportdirektor Frenkie Schinkels, alle Vertragsdetails einzuhalten. "Wenn Mourinho das mit einem Weltmeister wie Schweinsteiger machen kann, können wir das auf einem geringeren Niveau auch mit Wisio und Beichler", meinte Schinkels.