Wisio forderte zunächst sein vertragliches Recht ein, um mit der Profimannschaft mittrainieren zu dürfen. Dieses Recht wurde ihm anfangs per einstweilige Verfügung zugestanden und nun auch gerichtlich bestätigt. Beichler konnte währenddessen aufgrund einer Meniskusverletzung nicht am Training teilnehmen. Ein Angebot, sich vom Verein freizukaufen, lehnten Wisio und Beichler ab, was beim SKN für Unverständnis sorgte.

Mobbing und Hetzkampagnen

Auch als Wisio schließlich wieder mit der Profimannschaft mittrainieren durfte, beruhigte sich die Situation nicht. Ganz im Gegenteil, denn als der 34-Jährige wieder ins Training einstieg, tauchte schnell der Vorwurf des Mobbings auf. Wisio absolvierte mit Chefcoach Karl Daxbacher und Co-Trainer Jochen Fallmann individuelle Einheiten, laut Klubangaben seien diese sehr intensiv, einem Profi aber zumutbar gewesen. Doch Wisio und sein Anwalt sahen dies anders, das Training war ihrer Meinung nach "offenbar geradezu darauf angelegt, möglichst rasch eine Verletzung und/oder Gesundheitsschädigung herbeizuführen." Der Klub wehrte sich daraufhin in einer Aussendung und sprach von einer medialen Hetzkampagne der VdF. Auch Daxbacher schaltete nach den Vorwürfen seinen Rechtsvertreter ein. Weiterhin sehen sich sowohl der SKN als auch die Spielergewerkschaft im Recht.

Bei Laola1.at wandte sich nun erstmals Daniel Beichler persönlich an die Öffentlichkeit und erzählte seine Sicht der Dinge. "Für mich und meine weitere Karriere ist es wichtig, den bestmöglichen Trainingsbetrieb zu haben - und das ist nun mal in der ersten Mannschaft. Das steht mir laut Vertrag zu. Da steht schriftlich: Ich bin Profispieler", sagte Beichler. Der 27-Jährige kann die Entscheidung von Karl Daxbacher, sportlich nicht mehr auf ihn zu setzen, nicht unbedingt nachvollziehen, nimmt sie aber zur Kenntnis und spricht von korrektem Verhalten des Cheftrainers ihm gegenüber.

Kritik äußerte Beichler vor allem an Frenkie Schinkels, der ihm angeblich falsche Unterstellungen machte, laut Beichler Mutmaßungen als Tatsachen darstellte und zusätzlich Öl ins Feuer goss. Beichler kritisierte zudem die einseitige Berichterstattung der niederösterreichischen "Krone" und vermutet, dass durch Generalmanager Andreas Blumauer Interna nach außen gedrungen sind. Er lehnt sich sogar aus dem Fenster und behauptet, dass vom Verein absichtlich Falschmeldungen verbreitet wurden, da in den Medien von einem möglichen Karriereende die Rede war, obwohl es nur eine Meniskus-OP mit drei, vier Wochen Ausfallzeit gab.

Die Vorwürfe von Daniel Beichler sind schwerwiegend. Er spricht von Mobbing und, wie bereits Schinkels zuvor, von Rufschädigung. Was vor Gericht letztlich rauskommt, ist noch unklar. Fest steht aber eines: Schaden haben bereits alle Beteiligten genommen.