Wien. (may) "Jetzt rocken wir die Europa League." Als Rapid-Präsident Michael Krammer vor einem Jahr die knapp verpasste Champions League betrauern musste, sprach er einen Leitsatz für seine Mannschaft aus, an den sich diese noch halten sollte. Denn tatsächlich sorgten die Hütteldorfer mit dem Gruppensieg und fünf Erfolgen für Furore bei ihren Fans, landeten dann im Sechzehntelfinale aber ziemlich hart am Boden der Realität (Gesamtscore 0:10 gegen Valencia).

Welches Team aus dem heimischen Trio heuer an die Leistungen Rapids in der Gruppenphase anschließen kann, wird sich ab Donnerstag zeigen - zum Startschuss der Europa League warten jedenfalls lösbare Aufgaben für Austria, Rapid und Salzburg.

Austria: Auch ohne ihren an den Adduktoren verletzten Torhüter und Kapitän Robert Almer setzen die Violetten beim rumänischen Meister Astra Giurgiu auf ihre Auswärtsstärke (19 Uhr/live Sky). Denn alle drei bisherigen Auswärtsauftritte in der Qualifikation wurden gewonnen. Vor dem Abflug nach Bukarest, wo im Nationalstadion gespielt wird, war Trainer Thorsten Fink optimistisch. "Wir haben eine gute Stimmung, hatten gute Ergebnisse.
Giurgiu ist eine erfahrene Mannschaft, wir müssen auf der Hut sein. Aber natürlich wollen wir gewinnen", betonte Fink. Ziel ist es, hinter Gruppenfavorit AS Roma um den zweiten Aufstiegsplatz zu kämpfen. "Das können wir erreichen, aber nur, wenn wir an unsere Grenzen gehen", meinte Alexander Grünwald.

Rapid: Auch für den Rekordmeister kann nur die neuerliche K.o.-Phase im Frühjahr das erklärte europäische Saisonziel sein - eine richtungsweisende Partie ist hierfür sicher schon der Auftakt im Allianz-Stadion (19Uhr/live Puls4) gegen den belgischen Vertreter KRC Genk, den wohl auf dem Papier schwächsten Gegner in der Gruppe F. Schließlich warten noch der italienische Vertreter US Sassuolo und der spanische Top-Klub Athletic Bilbao. "Wir haben letztes Jahr bewiesen, dass wir in der Europa League bestehen können, das wollen wir wieder zeigen", erklärte Co-Kapitän Stefan Schwab. Im Vorjahr wurde im Prater zum Auftakt Villarreal überraschend mit 2:1 besiegt, diesmal ist ein Sieg fast wieder Pflicht. "Wir wollen gewinnen, dann können wir angreifen", so Schwab. Vor drei Jahren traf Rapid in der Europa League schon einmal auf den dreifachen belgischen Meister, dabei schauten aber nur zwei Remis heraus. Allerdings haben sich beide Teams seither deutlich verändert.

Salzburg: Ob sich der Meister seinen Champions-League-Frust wieder einmal in der Europa League von der Seele schießen muss, wird sich bereits im ersten Gruppenspiel zuhause gegen FKKrasnodar (21.05 Uhr) zeigen. Der nominell schwächste Gegner (neben Schalke und Nizza) darf jedoch nicht unterschätzt werden, wollen die Salzburger die Serie von 14 Spielen ohne Niederlage in der Gruppenphase (bereits vier Mal folgte der Aufstieg in die K.o.-Phase) fortsetzen. Immerhin belegten die Russen im Vorjahr Rang vier in der Premjer-Liga. "Wir wollen unbedingt bestehen in dieser Gruppe. Wir haben in jedem Spiel Chancen auf den Sieg", sagte Trainer Óscar García. Nachsatz: "Dieser Bewerb ist für uns kein Trostpflaster, sondern eine tolle Möglichkeit, uns auf internationaler Ebene zu präsentieren."

Europa League, Donnerstag:

Gruppe E:

Astra Giurgiu - Austria Wien 19.00 Uhr

Viktoria Pilsen - AS Roma19.00 Uhr

Gruppe F:

SK Rapid Wien- KRC Genk19.00 Uhr

US Sassuolo - Athletic Bilbao19.00 Uhr

Gruppe I:

Salzburg - FK Krasnodar21.05 Uhr

Nizza - FC Schalke 04 21.05 Uhr