Wien/Newport. Das Schicksal von Österreichs Fußball-Nationalteam entscheidet sich gegen Wales. Das gilt zum einen für die Herren-Auswahl, die am 6. Oktober im Rahmen der WM-Qualifikation für Russland bekanntlich die Elf um Gareth Bale im Prater zu Gast hat. Noch viel mehr trifft dies aber auf Österreichs Fußball-Frauen zu, für die das abschließende EM-Qualifikationsspiel am Dienstag (19 Uhr MESZ) in Wales zu einem historischen Triumphzug werden kann. Denn die erstmalige Teilnahme an einem Endrundenturnier ist der Truppe von Dominik Thalhammer schon vorab praktisch nicht mehr zu nehmen. Wiewohl der Teamchef aufgrund des noch fehlenden Punktes die Warnung ausgibt: "Die Qualifikation ist noch nicht fix, sicher erreicht haben wir erst das Play-off."

Tatsächlich ist Deutschland-Legionärin Nina Burger und Co. mit derzeit 16 Punkten Platz 2 in Gruppe 8 hinter den im direkten Vergleich besseren Norwegerinnen (22 Punkte) nicht mehr zu nehmen. Da sich neben den Gruppensiegern aber auch die sechs besten Zweitplatzierten direkt für die Endrunde 2017 qualifizieren, hat Österreich ausgezeichnete Chancen auf das Ticket. Dafür genügt gegen den Dritten aus Wales (10 Punkte) bereits ein Remis, um aus eigener Kraft alles klar zu machen. Und selbst eine Niederlage könnte reichen. Finnland müsste nämlich im Ranking der Zweitplatzierten im letzten Spiel sechs Treffer auf die Österreicherinnen aufholen, Rumänien zehn und Russland gar elf Tore.

Mit derlei Rechenspielen will man sich im ÖFB-Lager jedoch nicht befassen. "Im Fußball darf man sich nie auf die anderen verlassen. Wir haben es in den eigenen Händen", betont Thalhammer, der seine Truppe im Herbst 2015 im Heimspiel gegen Wales zu einem 3:0-Sieg geführt hat. "Wir wollen keine Nachlässigkeiten oder Stillstand aufkommen lassen. Die EM-Teilnahme ist unser Traum und unser Ziel, das wir verwirklichen wollen. Daran arbeiten wir weiter hart. Wir versuchen, aus jedem Training das Maximum herauszuholen und uns zu entwickeln."

Die ÖFB-Auswahl dürfte letztlich freilich auch von der Aufstockung des EM-Teilnehmerfeldes profitieren: Denn die zwölfte Auflage der europäischen Kontinentalmeisterschaft im Frauenfußball findet in den Niederlanden (16.Juli bis 6.August 2017) erstmals mit 16Teams statt - in den Jahren 2009 und 2013 waren es noch zwölf teilnehmende Mannschaften gewesen. EM-Rekordsieger ist übrigens Deutschland, das sich den 1984 erstmals ausgetragenen Bewerb bereits acht Mal sichern konnte - davon gingen die jüngsten sechs Euro-Titel (seit 1995) allesamt an die Deutschen. Der Olympiasieger ist natürlich auch in den Niederlanden der haushohe Favorit und als Sieger der Qualifikationsgruppe fünf längst fix im Teilnehmerfeld. Ebenso wie die Gastgeber-Elf, Frankreich, Schweiz, Norwegen, England, Spanien, Schweden, Schottland, Belgienund Island.

28.000 Abos verkauft


Das ÖFB-Herren-Team vermeldete indes am Montag, dass für die Heimspiele gegen Wales und Irland (12. November) im Ernst-Happel-Stadion 28.000 Abos abgesetzt worden seien. Am Mittwoch (10 Uhr) startet der Einzelverkauf für beide Partien.

Damen-EM-Qualifikation, Gruppe 8:

Wales - ÖsterreichDienstag, 19 Uhr

1. Norwegen 829:222

2. Österreich 718:416

3. Wales 713:1110

4. Kasachstan 8 2:304

5. Israel 8 2:172