Bogota. (may) Fifa-Präsident Gianni Infantino will bei der angedachten Erweiterung des WM-Teilnehmerfeldes nicht kleckern, sondern klotzen. Nicht anders ist sein jüngster Vorschlag zu verstehen, den er am Montag bei einer Veranstaltung an der Universität von Bogota (Kolumbien) dem erstaunten Publikum präsentiert hat. Denn der seit Ende Februar im Amt befindliche Schweizer will, dass Fußball-Weltmeisterschaften künftig gleich mit 48Mannschaften bestritten werden. Nicht unwesentliche Randnotiz des Vorstoßes: Von diesen würden 16 Nationen nach nur einem einzigen K.o.-Match wieder die Heimreise antreten, meinte der Boss des Weltfußballverbandes.

Anschließend würde die Gruppenphase wie bisher mit
32Teams in acht Gruppen folgen. "Das sind Ideen, um die beste Lösung zu finden. Wir werden das diskutieren", sagte der 46-Jährige. Die endgültige Entscheidung werde das Fifa-Council im Jänner 2017 treffen.

Zuvor soll dieses heikle Thema genauso wie die WM-Vergabe an eine ganze Region bei der Sitzung des Fifa-Councils am 13./14. Oktober in Zürich auf die Tagesordnung kommen. Alles sei offen, sagte Infantino, der mit dem Versprechen zur Aufstockung bereits seinen Wahlkampf zur Fifa-Präsidentschaft forciert hatte und so bei kleineren Nationen Punkte sammeln konnte. Allerdings hatte er bis vor kurzem noch einer Aufstockung von 32 auf 40 Nationen (mit acht Fünfergruppen) das Wort geredet. Erstmals soll der neue Modus 2026 zur Anwendung kommen.

Hierbei kann sich Infantino auch wieder eine gemeinsame WM-Austragung vorstellen - etwa von USA, Mexiko und Kanada. "Es gibt kein Limit für Dinge, die gut für den Fußball sind", sagte der frühere Uefa-Generalsekretär unlängst und schwärmte auch von der Erweiterung der EM auf 24Mannschaften. Das habe in vielen Ländern Enthusiasmus ausgelöst. "Wir müssen realisieren, dass solche Events mehr als Wettbewerbe sind. Sie sind soziale Veranstaltungen in der ganzen Welt", so Infantino.