Krasnodar. Es wird doch nichts mit einem weiteren Salzburger Europa-League-Rekord. Nach dem 1:1 in Krasnodar ist Red Bull Salzburg aus der Europa League ausgeschieden. Damit ist auch die Chance dahin, als erste Mannschaft nach drei Niederlagen in den ersten drei Spielen den Aufstieg in der Europa League doch noch zu schaffen. Das letzte Gruppenspiel der Salzburger zuhause gegen Schalke 04 ist bedeutungslos.

Es wäre freilich wieder ein Rekord gewesen, den außerhalb des eigenen Interessentenkreises aber niemanden interessiert. Genauso wie der Rekord für die meisten erzielten Tore in der Gruppenphase, den Salzburg für ein Jahr hielt, in der vergangenen Saison aber an SSC Napoli abgeben musste.

Den Salzburgern ist der Verlust beider Bestleistungen wohl herzlich egal. Es regiert vermutlich der Ärger über die vergebene Chance auf ein mögliches Überwintern in der Europa League. Denn Salzburg musste sich als klar bessere Mannschaft mit einem Punkt begnügen und hat keine Chance auf den Aufstieg mehr. Die Spiele der beiden Wiener Vertreter in der Europa League, Rapid und Austria, endeten erst nach Redaktionsschluss.

Dabei hatte es vor 19.150 Zuschauern im brandneuen Stadion von Krasnodar zunächst nicht nach einem leichten Spiel für die Salzburger ausgesehen. Mit aggressivem Pressing machte der FK Krasnodar Salzburg das Leben schwer. Diese Phase hielt aber nur wenige Minuten. Denn die erste große Chance für Salzburg in der siebenten Minute jagte den russischen Bullen - Krasnodar hat ohne jede Getränkeunterstützung durch reinen Zufall das gleiche Wappentier wie Salzburg - offenbar einen Schrecken ein.

Fredrik Gulbrandsen luchste Krasnodar-Tormann Stanislaw Kritsjuk den Ball ab, schloss dann aber zu überhastet ab.

Stadion um 300 Millionen Euro

Das Wappentier ist nicht die einzige Gemeinsamkeit zwischen den beiden Klubs. Krasnodar wurde erst 2008 gegründet, mit dem klaren, in Salzburg ebenfalls bekannten Ziel, mit Sponsormillionen möglichst schnell nach oben zu kommen. In Sachen Investitionen hat Krasnodar Salzburg inzwischen deutlich überflügelt, allein das Stadion soll rund 300 Millionen Euro gekostet haben. Sportlich war von dieser Überlegenheit allerdings wenig zu sehen.

Mit der ersten Chance war Salzburg im Spiel und gab die Kontrolle zunächst nicht mehr her. Die Mannschaft von Trainer Óscar García erspielte sich Sicherheit und wurde zunehmend gefährlich. In der 22. Minute traf Valon Berisha nach einer Hereingabe von Valentino Lazaro die Latte. Diese Szene entstand, wie später die Führung, über Salzburgs rechte Seite. Dort fand der österreichische Meister ungewöhnlich viel Platz vor, der sich in der 36. Minute schließlich auch auswirkte. Josip Radosevic flankte von rechts und in der Mitte traf Munas Dabbur mit einem Kopfball via Innenstange zur Führung für Salzburg. Jener Dabbur, der als mutmaßlicher Salzburger Rekordeinkauf für kolportierte sechs Millionen Euro nach mäßigen Leistungen von manchen bereits als Fehleinkauf abgestempelte wurde und nun in der verletzungsbedingten Abwesenheit von Kapitän Jonatan Soriano aufblüht.

Es war bisher seine Woche. Beim 2:1-Sieg im Bundesliga-Schlager gegen Rapid traf er ebenso zur Führung, wie nun in Krasnodar.

Nach der Pause brachte sich Krasnodar etwas stärker ins Spiel ein, die Salzburger behielten aber über weite Strecken die Kontrolle. Die Russen kamen zu nicht mehr als Halbchancen.

Chancenarmes Spiel

Das führte zu einem ausgeglichenen, aber sehr chancenarmen Spiel. Andre Wisdom (52.) und Lazaro (83.) vergaben für Salzburg die besten Chancen auf den zweiten Treffer. Das rächte sich in der Schlussphase.

Denn auf der anderen Seite erzielte Fedor Smolow mit der ersten klaren Torchance der Russen in der 85. Minute den Ausgleich. Doch selbst dabei führte der Zufall Regie. Eine abgerissene Flanke von Witali Kaleschin landete an der Stange, Smolow drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Damit rettete er Krasnodar den Aufstieg ins Sechzehntelfinale und besiegelte das Ende von Salzburg.