Nyon. (apa/art) Das haben sich die Arsenal-Fans wohl anders vorgestellt: Da hat sich ihre Mannschaft zum ersten Mal seit 2012 als Gruppensieger für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert - und anstatt des erhofften leichteren Loses erwischte man den FC Bayern für die erste K.o.-Runde. Mit den Münchnern haben Arsenals Trainer Arsène Wenger und Co. zudem schon unliebsame Erfahrungen gemacht: Seit 2000 spielten die beiden Mannschaften zehn Mal gegeneinander, die Bayern eliminierten die Londoner dabei 2005, 2013 und 2014 jeweils im Achtelfinale. Vor zwei Jahren hielt Manuel Neuer beim 2:0 im Hinspiel - das Rückspiel endete 1:1 - einen Elfmeter seines Landsmanns Mesut Özil, auch Österreichs Export David Alaba vergab einen Strafstoß.

Doch gänzlich glücklich ist man auch an der Säbener Straße nicht mit dem Los, zumindest Arjen Robben hatte die Engländer davor gemeinsam mit dem FC Barcelona und Juventus "etwas höher" als die anderen möglichen Gegner eingestuft. "Arsenal ist eine sehr spielstarke Mannschaft, ich schätze sie aktuell stärker ein als in den vergangenen Jahren", schrieb Neuer auf Twitter. Von einer "schwierigen" Aufgabe sprach auch Bayerns Trainer Carlo Ancelotti, er freue sich aber auf "zwei sehr interessante Spiele" und sei zuversichtlich, ließ er wissen.

Neben den FC Bayern mit Alaba sind noch zwei weitere Klubs mit österreichischer Beteiligung im Rennen um Europas Fußball-Krone: Leicester City mit Christian Fuchs bekommt es im ersten direkten Duell überhaupt mit dem Europa-League-Seriensieger FC Sevilla zu tun, Bayer Leverkusen, wo Tormann Ramazan Özcan, Aleksander Dragovic und Julian Baumgartlinger unter Vertrag stehen, mit dem Vorjahresfinalisten Atlético Madrid. Das zweite internationale Schlagerspiel ist Paris Saint-Germain gegen FC Barcelona - ebenfalls bereits ein Champions-League-Evergreen. 2013 und 2015 schalteten die Katalanen die Franzosen jeweils im Viertelfinale aus.

Real Madrid bekommt es bei seiner Mission Titelverteidigung zunächst mit dem SSC Napoli zu tun. Die Spanier haben ihre Gruppe zwar hinter Borussia Dortmund, das gegen Benfica Lissabon gelost wurde, nur als Zweiter beendet, dennoch neben dem großen Namen auch aktuell einen respekteinflößenden Lauf: Das 3:2 gegen La Coruña am Wochenende war bereits das 35. Spiel hintereinander ohne Niederlage, in der spanischen Primera División ist man dem Erzrivalen aus Barcelona schon um sechs Punkte enteilt. Zwar wurde der Sieg nach zwischenzeitlichem Rückstand erst in letzter Minute durch Sergio Ramos fixiert - Real-Trainer Zinédine Zidane hat aber auf eine Reihe von Stars verzichtet, etwa Superstar Cristiano Ronaldo und Karim Benzema geschont.

Real um Klub-WM


Denn von vorweihnachtlicher Ruhe kann bei den Spaniern keine Rede sein: Als nächstes Spiel steht das Halbfinale der Klub-WM in Japan bevor, Gegner ist am Donnerstag der mexikanische Club América. Der Sieger des Champions-League-Pendants der Nord- und Mittelamerika-Zone hat am Sonntag sein Viertelfinale gegen Jeonbuk Hyundai aus Südkorea mit 2:1 gewonnen. Im zweiten Semifinale am Mittwoch ist der kolumbianische Klub Atlético Nacional gesetzt. Der Sieger der Copa Libertadores trifft auf den japanischen Verein Kashima Antlers.

Real hat die Klub-WM bisher einmal gewonnen, vor zwei Jahren war man als Champions-League-Sieger erfolgreich, im Vorjahr setzte sich der FC Barcelona durch. Überhaupt kam der Sieger in den jüngsten zehn Auflagen acht Mal aus Europa.