Mattersburg. Laut Tabelle ist der SV Mattersburg ja der erste Anwärter auf den Abstieg aus der Bundesliga - beträgt doch der Rückstand des Schlusslichts auf den Neunten SKN St. Pölten vier Punkte, die achtplacierten Rieder sind schon sechs Zähler entfernt. Und dennoch ist die Hoffnung der Burgenländer auf den Klassenerhalt groß, was nicht nur an den Neuverpflichtungen David Atanga, Stefan Maierhofer, Cesar Ortiz und liegt, sondern auch an Neo-Coach Gerald Baumgartner. Der im Winter als Nachfolger von Ivica Vastic geholte Salzburger versprüht vor dem Jahresauftakt am Wochenende im Heimspiel gegen Sturm Graz positive Stimmung. "Wir werden alles reinhauen. Und wenn 100 Prozent nicht genug sind, dann 110 Prozent", sagte der 52-Jährige am Dienstag.

Abstieg wäre zu verschmerzen


110 Prozent werden auch notwendig sein. Im Herbst gelangen den Mattersburgern in 20 Partien gerade einmal drei Siege. "Aber da war auch Pech dabei, außerdem ist dann noch eine Drucksituation dazugekommen, wenn man in der Tabelle hinten ist", erklärte Baumgartner. Deswegen habe er in der Vorbereitung versucht, der Mannschaft Selbstvertrauen einzuimpfen. "Auswärts gibt es Nachholbedarf, und daheim müssen wir zu alter Stärke finden." Gelingen soll das zunächst mit einem kompakteren Auftreten. "Wir wollen aktiv verteidigen, die Räume enger machen und individuelle Fehler abstellen", beschrieb der Coach seine Vorhaben. Ob es eine gravierende Systemänderung geben wird, ließ der frühere Austria-Betreuer offen und relativierte: "Entscheidend ist die Spielanlage und wie man gegen den Ball arbeitet, nicht das System."

Theoretisch ließe sich ein Abstieg in dieser Saison leichter als sonst verschmerzen, schließlich könnten aufgrund der Liga-Reform im kommenden Jahr bis zu drei Vereine von der zweithöchsten in die höchste Klasse klettern. "Doch wir setzen lieber darauf, jetzt oben zu bleiben. Es gibt keine Garantie, gleich wieder raufzukommen", sagte Baumgartner.