Paris. (rel) Man könnte die Partie als regelmäßig wiederkehrendes Naturereignis bezeichnen, als den Dauerbrenner in der jüngeren Geschichte der Champions League. Die Rede ist von der Begegnung zwischen Paris St. Germain (PSG) und dem FC Barcelona. Hatten zuletzt die Katalanen 2013 und 2015 - hier jeweils im Viertelfinale - das bessere Ende für sich, hofften die Franzosen beim Achtelfinal-Hinspiel am Dienstag im Prinzenparkstadion in Paris auf den derzeit in Überform agierenden Edinson Cavani, und folglich auf eine gute Ausgangsbasis für das Rückspiel am 8. März in Spanien. Und die Hoffnung sollte sich erfüllen.

Tatsächlich hat die Partie vor 48.000 Fans mehr als perfekt begonnen. Und das gleich mit einer Großchance von Cavani, der sich aber am Fünfer trotz mustergültiger Bedienung keine freie Schussposition erdribbeln konnte (6. Minute). Oder man nehme den von Barça-Keeper Marc-André ter Stegen gehaltene Kracher von Blaise Matuidi, samt Nachschussversuch von Cavani (11.). Was die Führung hätte bedeuten müssen, machte dann Ángel di María per Freistoß wieder gut. Der Argentinier zirkelte den Ball traumhaft über die Mauer ins rechte Eck (18.). Ter Stegen hob nicht einmal mehr die Hände. PSG, das musste auch Lionel Messi zur Kenntnis nehmen, meinte es mit der Revanche ernst. Dass ausgerechnet ein Ballverlust des Südamerikaners zum 2:0 führen würde (40.), wer hätte das gedacht? Dafür verantwortlich zeichnete niemand Geringerer als Julian Draxler, der schon in Minute 34 den zweiten Treffer am Fuß gehabt hatte. Besser konnte es nicht laufen. Bei Barcelona dagegen regierten Ideenlosigkeit und Eigensinn. Nur eine Torchance, so durfte das doch nicht weitergehen.

Aber danach sah es leider aus. Die Franzosen schlossen dort an, wo sie vor Pausenpfiff gestanden waren. Kompakt, ballsicher, torgefährlich. Diesmal zum Zug kamen (erneut) Di María und - endlich - Cavani. Erst ergriff der Argentinier nach Konter seine Chance und zirkelte den Ball vom Sechzehner aus ins linke Eck von Ter Stegens Kasten (55.). Dann traf der Mann aus Uruguay - und wie! Viel zu einfach. Mutterseelenallein trieb Thomas Meunier das Leder nach vorn und steckte zu Cavani durch, der nur noch trocken ins kurze Eck abdrücken musste (72.). Am 4:0-Endstand konnten auch mehrere Torschüsse der Katalanen in der Schlussphase nichts ändern.

Die Franzosen haben verdient gewonnen. Und ein Fazit ist noch zu ziehen: Der Klub hat sich mit dieser Leistung ein für alle Mal von Ex-PSG-Star Zlatan Ibrahimovic emanzipiert. Vermisst hat den Schweden jedenfalls niemand.