Leverkusen. (rel) Viermal schon mussten die Deutschen in einem Champions-League-Achtelfinale die Segel streichen. Sogar von einem Fluch war die Rede. Weswegen auch das, was 2005 gegen Liverpool, 2012 gegen den FC Barcelona, 2014 gegen Paris St. Germain und 2015 gegen Altético Madrid nicht gelang, nun im fünften Anlauf gelingen sollte. So lautete zumindest die Vorgabe von Leverkusens Coach Roger Schmidt. Anstatt aber gleich im Hinspiel zu liefern, ging man trotz Lichtblicken mehr oder weniger unter.

Was aber nicht bedeutet, dass die Deutschen in dieser Partie, die da in der Leverkusener BayArena vor rund 30.000 Fans angepfiffen wurde, nicht tapfer gekämpft hätten. Allerdings war das, was sie über weite Strecken boten, enttäuschend. Bayer tat sich gegen Superstar Antoine Griezmann und Co. sehr schwer. Dass Aleksandar Dragovic und Kevin Kampl patzten, machte die Sache nicht besser. Zwei Drittel Ballbesitz bei den Spaniern, wenig Köpfchen bei Leverkusen, das sagte schon alles. So gesehen waren das Führungstor in der 17. Minute durch Saúl Ñíguez (per Schlenzer ins lange Kreuzeck) sowie der Treffer zum 2:0 durch Griezmann (26.) mehr als verdient. An der Dominanz Atléticos sollte zunächst auch der Anschlusstreffer von Karim Bellarabi (49.) nichts ändern. Denn der Pechvogel hieß erneut Dragovic. Obwohl er sein Foul gegen Kevin Gamiero noch außerhalb des 16ers einleitete, zeigte der Referee auf den Elferpunkt - und der Gefoulte schob zum 3:1 ein (59.). Fehlentscheidung, aber was soll’s. Es gibt ja ausgleichende Gerechtigkeit. Ein Eigentor zum 2:3 - per Abpraller von Stefan Savic (68.) - machte das Spiel noch einmal unerwartet spannend, wie einige gute Chancen der Gastgeber in der Schlussphase zeigten. Das genügte aber nicht. Fernando Torres machte in Minute 86 alle Hoffnungen von Bayer auf ein Remis per Kopf zunichte. Den Fluch, so scheint es, scheint auch weiterhin über Leverkusen zu lasten.

Indessen hofft Leicester City am Mittwoch (20.45 Uhr/live ORF eins) im Achtelfinal-Hinspiel gegen den FC Sevilla auf die Rückkehr zu neuer Form. Während es für Englands Meister zuletzt auf nationaler Ebene einige Tiefschläge setzte, beendeten die Foxes die Gruppenphase auf Platz eins und haben nun den Einzug ins Viertelfinale im Visier. Ähnlich wie Sevilla befindet sich auch Juventus vor dem Achtelfinal-Hinspiel am Mittwoch (20.45 Uhr) gegen Porto in der Favoritenrolle.