Hier geht’s in die Bundesliga! Lask-Coach Glasner macht kein Geheimnis aus seinem Ziel. - © Diener/Philipp Schalber
Hier geht’s in die Bundesliga! Lask-Coach Glasner macht kein Geheimnis aus seinem Ziel. - © Diener/Philipp Schalber

Salzburg/Linz. (art/apa) Zweimal haben sie’s probiert, zweimal ist nichts passiert: So oder so ähnlich könnte man die Mission Wiederaufstieg des Lask in die tipico-Bundesliga umschreiben. Seit der Linzer Traditionsklub, dem die Bundesliga-Lizenz für 2012/13 entzogen worden war und dessen Konkurs damals nur knapp abgewendet werden konnte, nach dem erzwungenen Intermezzo in der Regionalliga wieder in der zweitklassigen Erste Liga spielt, hat man das Ziel, wieder ganz nach oben zu kommen, ausgegeben; herausgeschaut haben seitdem ein dritter sowie ein zweiter Platz. Doch heuer scheinen die Vorzeichen günstig: Der Klub hat sich wirtschaftlich konsolidiert - auch wenn in der vergangenen Saison bei einem Umsatz von 5,8 Millionen ein Minus eingefahren wurde - und sich sportlich unter dem seit eineinhalb Jahren an der Seitenlinie stehenden Trainer Oliver Glasner stabilisiert. Vor dem Auftakt der Frühjahrsrunde am Freitag (20.30 Uhr/ORF Sport+) in Liefering beträgt der Abstand zum ersten Aufstiegskonkurrenten Austria Lustenau vier Punkte. Dazwischen liegen zwar die Lieferinger, doch diese sind wegen ihrer Verbindung zu Red Bull Salzburg nicht aufstiegsberechtigt.

An Selbstbewusstsein mangelt es in Linz jedenfalls nicht, Ziel sei "ganz klar, am Ende des Tages in die Bundesliga zu gehen", sagt Glasner, der eine einfache Formel für den möglichen Erfolg hat: "Wir haben in den vergangenen eineinhalb Jahren einen Zwei-Punkte-Schnitt. Wenn wir den halten und vielleicht noch ein bisschen ausbauen können, müssen unsere Gegner schon einen Schnitt von deutlich über zwei Punkten haben. Deshalb wollen wir konstant bleiben", sagt er. Konstanz ist indessen nicht nur auf dem Feld, sondern auch in der Kaderplanung ein Schlüssel zum Erfolg, wie er sagt. Der einzige Abgang in der Winterpause war Mario Reiter, neu hinzugekommen ist lediglich Alexander Riemann vom derzeit fünftplacierten Liga-Konkurrenten Wacker Innsbruck, gegen den es in der Runde darauf geht. "Es hat sich gezeigt, dass es oft viel, viel leichter ist, wenn man eine eingespielte Truppe ist", meint der ehemalige Ried-Coach. "Wir sind jedenfalls gut vorbereitet, haben alle Spieler fit an Bord und gehen zuversichtlich ins Frühjahr."

Übergangssaison 2017/18


Dasselbe gilt allerdings auch für die Austria aus Lustenau, die sich ebenfalls nach einer Rückkehr ins Oberhaus sehnt und den im Paschinger Waldstadion spielenden Linzern einen entsprechend harten Kampf angesagt hat. "Wir werden alles tun, um nach oben zu kommen. Wir waren Herbstmeister und werden schauen, dass das im Sommer auch so ist", sagt Trainer Lassaad Chabbi, der allerdings den Abgang des bisherigen Topstürmers Raphael Dwamena hinnehmen musste. Stattdessen holte Lustenau den Ex-Lieferinger João Pedro. Diese beiden Vereine sind praktisch die einzigen, die noch ernsthaft um den Aufstieg buhlen, die Dahinterliegenden, Kapfenberg, Innsbruck und Wiener Neustadt, sind schon zehn beziehungsweise mehr Punkte zurück. Dass durch die Nichtzulassung Lieferings für die Bundesliga eine Wettbewerbsverzerrung entstehen könnte, wird dort kategorisch verneint. "Wir wollen natürlich weit vorne sein", betont Coach Thomas Letsch, der nach dem Abgang von Franz Schiemer neuerdings von Ex-Bayern und -Salzburg-Profi Alexander Zickler unterstützt wird.

Wer am Ende das Rennen macht und in die tipico-Bundesliga einziehen darf, dem winkt zudem in der ersten Saison aufgrund der Ligen-Reform eine, wenn auch nur kleine Erleichterung. Denn wiewohl die zwei obersten Spielklassen erst ab 2018/19 - nach Auslaufen des alten TV-Vertrags - mit zwölf beziehungsweise 16 Vereinen ausgetragen werden, gilt bezüglich Ab- und Aufstieg im kommenden Übergangsjahr kurzfristig eine andere Regelung als sonst: Demnach steigt der Letzte des Oberhauses nicht direkt ab, sondern bekommt in der Relegation gegen den Dritten der Ersten Liga eine weitere Chance auf den Klassenerhalt. Die ersten beiden der zweiten Spielklasse bekommen ein Fixticket für die Bundesliga, so sie die Lizenzkriterien erfüllen.