Daniel Bachmann (Tor) zeigte schon für die U21 gute Leistungen. Nun kam die Beförderung. - © Diener
Daniel Bachmann (Tor) zeigte schon für die U21 gute Leistungen. Nun kam die Beförderung. - © Diener

Wien. (art) Er steht bei Stoke City unter Vertrag, ist 22 Jahre alt und jenes 1,91 Meter große Kaninchen, das Österreichs Fußball-Teamchef Marcel Koller nach dem Rücktritt von Ramazan Özcan als neue Alternative für die Tormann-Position im heimischen Nationalteam aus dem sprichwörtlichen Hut zauberte: Für das WM-Qualifikationsspiel gegen Moldawien am 24. März in Wien sowie das Testspiel gegen Finnland am darauffolgenden Dienstag nominierte Koller erstmals Daniel Bachmann in den Kader. Dass er gegen die Moldawier im Tor stehen wird, gilt freilich als ausgeschlossen. Experimente wird Koller in jenem Spiel, in dem es darum geht, die ohnehin minimale Chance auf die WM-Teilnahme in Russland aufrecht erhalten zu können, nicht wagen; da der etatmäßige Goalie Robert Almer weiterhin verletzt fehlt und auch Altach-Schlussmann Andreas Lukse angeschlagen ist, gilt Heinz Lindner als Favorit für die Position. "Es ist aber noch zu früh, das zu sagen", sagt Koller.

Dass er einen jungen Spieler Teamluft schnuppern lässt, der schon in den rot-weiß-roten Nachwuchsauswahlen gute Leistungen gezeigt und im U21-EM-Qualifikations-Play-off in zwei Spielen gegen Spanien nur ein Tor kassiert hat - Österreich verpasste die Endrunde nach einem 1:1 und einem 0:0 nur aufgrund der Auswärtstorregel -, scheint daher einerseits konsequent. Andererseits hatte Marco Knaller, der beim deutschen Zweitligisten Sandhausen regelmäßig und gut spielt, als logischer Kandidat gegolten. "Wir haben uns aber für die jüngere Alternative entschieden", sagt Koller über den Vorzug für Bachmann, der in dieser Saison nur für die zweite Mannschaft von Stoke zum Zug gekommen ist, dort allerdings ebenso Erfahrung gesammelt hat wie bei seinen Leihstationen in der englischen dritten sowie der schottischen ersten Liga. Selbst sieht sich Bachmann als robusten Spieler, er könne "genauso rausfahren, wie die (gegnerischen Stürmer, Anm.) in mich reinspringen", sagte er im Herbst in einem Interview mit dem Internetportal laola1.at. Etwas weniger überraschend kam die Nominierung des Rechtsverteidigers Stefan Lainer von Salzburg, der zulasten des zuletzt bei Stuttgart nicht berücksichtigten Florian Klein aufrückte. "Wir beobachten ihn schon länger. Er bringt eine gute Mentalität mit und hat, seit er wieder bei Salzburg ist, einen Schritt nach vorne gemacht", meint Koller. Dass der 24-Jährige beim 1:1 gegen die Admira am Wochenende einen Elfmeter verschossen hat, hat ihm jedenfalls in den Koller’schen Überlegungen nicht geschadet - im Gegenteil. "Er ist jemand, der Verantwortung übernimmt", sagt der Schweizer.

Burgstaller gibt Comeback


Erwartet kommt indessen die Rückkehr von Guido Burgstaller nach einem Jahr Teamabsenz. Nach seinem Wechsel zu Schalke 04 drehte der Kärntner so richtig auf, schießt Tore wie am Fließband und sich selbst damit in Windeseile in die Herzen der Fans der Königsblauen. "Wir hoffen, er kommt mit richtig breiter Brust. Vielleicht ziehen wir ihm auch ein blaues Trikot an, dass er die Tore wie bei Schalke reinballert, dass es nur so kracht", sagt Koller, der im Angriff weiters Michael Gregoritsch und Marc Janko nominierte.

Wer die Tore macht, ist für den Trainer aber ohnehin sekundär - Hauptsache, sie fallen. Denn nach vier Spielen liegt das Team in Gruppe D mit der mageren Ausbeute von vier Punkten auf dem vierten Platz - sechs Zähler fehlen auf Tabellenführer Irland, vier auf die zweitplacierten Serben. Ob man nun zum Siegen verdammt sei? Koller: "Es ist immer gut, wenn man ein Heimspiel gewinnt." Zumindest darüber dürften keine Diskussionen aufkommen.

ÖFB-Kader für die Spiele gegen

Moldawien und Finnland

Tor: Bachmann (Stoke City/0 Länderspiele), Lindner (E. Frankfurt/8), Lukse (Altach, 1).

Verteidigung: Dragovic (Leverkusen/54), Hinteregger (Augsburg/22), Lainer (Salzburg/0), Lazaro (Salzburg/5), Madl (Fulham/1), Prödl (Watford/60), Suttner (Ingolstadt/18), Wimmer (Tottenham/8).

Mittelfeld: Alaba (Bayern/54), Arnautovic (Stoke/60), Baumgartlinger (Leverkusen/53*), Harnik (Hannover/63), Ilsanker (Leipzig/21), Junuzovic (Bremen/52), Sabitzer (Leipzig/25), Schaub (Rapid/2), Schöpf (Schalke/11*).

Sturm: Burgstaller (Schalke/9), Gregoritsch (Hamburger SV/1), Janko (Basel/61).

* gegen Moldawien noch gesperrt