Wien. Während Österreichs Herren-Fußball-Nationalmannschaft sich auf das Spiel der vielleicht letzten Chance in der WM-Qualifikation gegen Moldawien am Freitag in Wien vorbereitet, kämpfen die heimischen Nachwuchsmannschaften U17 sowie U19 dieser Tage in der Eliterunde der Qualifikation um das jeweilige Ticket für die EM-Endrunde.

Die von Hermann Stadler gecoachte U17 ist Ausrichter des Miniturniers, trifft in der Steiermark auf Schweden, Frankreich und die Ukraine. Die von Manfred Zsak trainierte U19 misst sich in Tschechien mit dem Gastgeber, Ungarn und Schottland. Die ÖFB-Auswahl startet am Mittwoch (11 Uhr) in Zlin gegen die Schotten ins Gruppe-6-Turnier, bei dem nur der Erstplacierte den Aufstieg schafft. Am Freitag (11 Uhr) geht es gegen die Ungarn, am Montag (19 Uhr) gegen die Tschechen. Beide Partien finden im City Stadium in Uherske Hradiste bei Olmütz statt. "Ich erwarte eine knappe Geschichte. Die Gegner sind in unserer Reichweite. Es wird schwer, aber die EM-Chance lebt", sagte Zsak über die Ausgangslage. Auf den Auftaktgegner sei man gut vorbereitet: "Wir haben Schottland gut analysiert. Es wird ein schweres Spiel, die Schotten sind sehr robust und zweikampfstark und haben sehr großgewachsene Spieler. In Standardsituationen geht große Gefahr von ihnen aus", erklärte Zsak, der sich einen "positiven Auftakt ins Turnier" erhofft. Für den 52-jährigen Ex-Abwehrspieler wäre es die zweite Teilnahme an einem Nachwuchs-Großereignis nach der U17-EM 2015 in Bulgarien. Nun verteidigt er in der nächsthöheren Altersgruppe eine stolze Serie: Für die jüngsten drei EM-Endrunden hat sich die heimische U19 jeweils qualifiziert.

Ein Wermutstropfen ist diesmal allerdings das Fehlen von Kevin Danso. Der 18-jährige Innenverteidiger gab am 3. März im Dress des FC Augsburg sein Debüt in der deutschen Bundesliga und wurde mit einem bis Ende Juni 2021 gültigen Profivertrag belohnt. Beim 1:1 gegen Freiburg musste er zuletzt in der 73. Minute wegen einer Fußprellung vorzeitig vom Feld. Dadurch stehen in Linksverteidiger Marco Friedl, der erst vor wenigen Tagen einen Profivertrag beim FC Bayern München unterschrieben hat, Arnel Jakupovic (Empoli) und Mario Goic (NK Sesvete) nur drei Legionäre im ÖFB-Aufgebot. Die U19-EM findet in Georgien statt und wird mit acht Mannschaften zwischen 2. und 15. Juli ausgetragen.

Die U17-Endrunde (3. bis 19. Mai) in Kroatien wird demgegenüber mit 16 Teams gespielt. Neben den acht Siegern der Qualifikationsgruppen schaffen auch die sieben besten Zweiten (bei der Berechnung werden die Duelle mit den Gruppenletzten nicht gezählt) den Aufstieg. Der ÖFB-Auftakt in der Gruppe 6 erfolgt am Donnerstag (18 Uhr) in Rohrbach an der Lafnitz gegen Frankreich. Dort ist auch am Samstag (15.30 Uhr) Schweden der Gegner. Zum Abschluss steht am 28. März (17 Uhr) in Bad Waltersdorf das Duell mit der Ukraine an. Dritter Turnier-Spielort ist Gleisdorf. An diesen drei Orten hatte sich die ÖFB-U19 vergangenes Jahr ihr EM-Ticket gesichert. "Es ist offenbar ein guter Boden für uns", sagte Stadler. Das soll so bleiben. "Die ersten beiden Gruppenplätze werden hart umkämpft sein. Ich bin positiv gestimmt und freue mich auf die Herausforderung", so der 55-Jährige. Sein Team hatte in der Vorbereitung im Februar Italien zweimal auswärts besiegt. "Es gilt, das Selbstvertrauen mitzunehmen. Mit einer vergleichbaren Leistung haben wir in der Eliterunde eine Chance, erfolgreich zu sein", meinte Stadler.