Wien. David Alaba wird das österreichische Nationalteam am Freitag (20.45 Uhr/ORFeins) erstmals in seiner Karriere als Kapitän aufs Feld führen. Der 24-Jährige von Bayern München vertritt im WM-Qualifikationsspiel in Wien gegen Moldawien den gesperrten Julian Baumgartlinger. "Wir haben uns für ihn entschieden, weil er als Spieler bei Bayern München ist, und weil er mit Druck umgehen kann", erklärte Teamchef Marcel Koller. Alaba absolviert gegen die Moldawier sein 55.Länderspiel, sein erstes hat er im Oktober 2009 in Frankreich (1:3) bestritten - mit 17 Jahren und drei Monaten als jüngster ÖFB-Teamspieler der Geschichte. "In erster Linie ist es eine Riesenehre für mich", sagte der Wiener über die Premiere in der Kapitänsrolle. "Sonst ist nichts anders. Ich habe immer schon versucht, der Mannschaft zu helfen und sie mitzureißen."

Ein Thema für das Kapitänsamt wäre auch Basel-Stürmer Marc Janko gewesen, der diese Rolle bereits in der Vergangenheit ausgeübt hatte. Koller betonte, dass seine Entscheidung nur für dieses eine Spiel gelte. Sollte Baumgartlinger wieder einmal ausfallen, ist Alaba nicht zwingend der Ersatzkapitän.

Zudem darf spekuliert werden, ob Janko möglicherweise zugunsten von Schalke-Goalgetter Guido Burgstaller auf der Bank Platz nehmen muss - es sei denn, der Schweizer probiert es mit einer Doppelspitze und Dreierabwehrkette in der Defensive. Falls sich Koller schon am Freitag für diese bei der EM gegen Island ziemlich missglückte Variante entscheidet (und nicht erst beim Test am kommenden Dienstag in Innsbruck gegen Finnland), könnte Alaba möglicherweise auch links im Mittelfeld zum Einsatz kommen. Die Bayern-Position als Linksverteidiger hat Koller für ihn im Nationalteam bekanntlich ausgeschlossen und ihn meist im zentralen Mittelfeld aufgeboten - rückt er nach links, wäre Marko Arnautovic wohl vor und nicht mehr neben Alaba.