Madrid. Wer soll Real Madrid in dieser Form stoppen? Die Mannschaft des Dreifach-Torschützen Cristiano Ronaldo kann nach dem 3:0 im Halbfinal-Hinspiel gegen Atlético wohl für das Champions-League-Finale planen. Im Rückspiel braucht die Mannschaft von Trainer Diego Simeone ein Fußballwunder, um den Titelverteidiger auf dem Weg ins Endspiel am 3. Juni in Cardiff noch zu überraschen. Das zweite Halbfinal-Duell lautet AS Monaco gegen Juventus (Hinspiel am Mittwoch nach Redaktionsschluss).

Vor 77.609 Zuschauern im Bernabéu-Stadion traf Ronaldo in der 10., 73. und 86. Minute. Damit machte der 32-jährige Weltfußballer seinen 42. Triplepack in der Königsklasse perfekt und hält offiziell bei 399 Toren in 389 Pflichtspielen für Real - wobei kurz Verwirrung darüber herrschte, ob es nicht schon 400 seien. Hintergrund ist ein Spiel vor sieben Jahren gegen Real Sociedad. Damals wurde nach einem Freistoß von Ronaldo der Treffer in der Statistik Verteidiger Pepe gutgeschrieben. Real und Pepe selbst sprachen aber Ronaldo das Tor zu.

"Musste nur die Tore machen"


Mit 103 Treffern ist Ronaldo jedenfalls auch Rekordschütze in der Champions League, wobei er 52 Tore in der K.o.-Phase erzielte. Zum Vergleich: Atlético kommt in all seinen Champions-League-Partien gerade einmal auf 100 Treffer. "Ronaldo ist einzigartig", sagte Real-Trainer Zinédine Zidane. "Ich muss die Mannschaft beglückwünschen, sie hat überragend gespielt - ich musste nur noch die drei Tore machen", lautete hingegen der Kommentar von Ronaldo nach dem insgesamt einseitigen Match und hochverdienten Sieg. Trotzdem warnte der Portugiese davor, schon vom Finaleinzug zu sprechen. "Wir sind noch nicht am Ziel." Doch Atlético braucht schon eine historische Leistung, um noch anstelle von Real zum dritten Mal binnen vier Jahren ins Finale einzuziehen.

Denn noch nie hat bisher ein Team nach einem Zwei-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel im Halbfinal-Rückspiel noch den Aufstieg geschafft. Und bereits seit 7. Mai 1959 (1:0 im Meistercup-Halbfinal-Rückspiel) wartet Atlético auf einen Europacup-Sieg gegen Real. Vor 58 Jahren, als es noch keine Auswärtstorregel gab, verpassten die Colchoneros dann mit einer 1:2-Niederlage im Entscheidungsspiel das Finale. In der Champions League 2014 und 2016 setzte es jeweils Endspielniederlagen gegen Real, das dazwischen auch in einem engen Viertelfinale 2015 mit dem Gesamtscore von 1:0 die Oberhand behalten hatte.