• vom 01.06.2017, 22:37 Uhr

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Traum vom Trost geplatzt




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  • Rapid geht auch im Cup leer aus - Salzburg holt mit 2:1-Finalsieg das Rekord-Double.

Ein Duell auf Augenhöhe gab es zwischen Salzburg (l. Wanderson) und Rapid (Louis Schaub). Am Ende setzte sich aber Salzburg glücklich durch.

Ein Duell auf Augenhöhe gab es zwischen Salzburg (l. Wanderson) und Rapid (Louis Schaub). Am Ende setzte sich aber Salzburg glücklich durch.© Groder/apa/expa Ein Duell auf Augenhöhe gab es zwischen Salzburg (l. Wanderson) und Rapid (Louis Schaub). Am Ende setzte sich aber Salzburg glücklich durch.© Groder/apa/expa

Klagenfurt. (art/apa) Zuerst stieg aus dem Rapid-Sektor Rauch auf, dann war auch im Spiel so richtig Feuer: Eine Halbzeit lang hatten einander Meister Salzburg und Rapid im Finale des ÖFB-Cups ein gutes und temporeiches, aber chancenarmes Spiel geliefert, hatten versucht, Druck zu erzeugen, dabei aber auch einige Fehler begangen. Doch in der 51. Minute war der Ball dann zum ersten Mal im Tor: Hee-Chan Hwang schloss einen Konter zum 1:0 für Salzburg ab. Für Rapid, das sich die Verunsicherung der bisherigen Saison nicht hatte anmerken lassen, zuletzt Kraft aus den jüngsten Siegen, aus der Bestätigung Goran Djuricins als Cheftrainer sowie der Vertragsverlängerung des diesmal auf der Bank sitzenden Kapitäns Steffen Hofmann getankt hatte, schien es der nächste Dämpfer, doch die Grün-Weißen schlugen eiskalt zurück: Praktisch im Gegenzug wurden zwei Chancen zuerst vergeben, ehe Joelinton per Kopf auf 1:1 stellte (56.).

Beide Teams versuchten unmittelbar danach, die Entscheidung herbeizuführen, kreierten in wenigen Minuten mehr Chancen als in der gesamten ersten Hälfte. Schließlich ging es für beide um viel: Salzburg hatte das vierte Double in Serie angepeilt, das zuvor noch keine Mannschaft in Österreich geschafft hatte, Rapid einen versöhnlichen Abschluss einer Saison, die man in der Bundesliga nur auf Rang fünf abgeschlossen hatte. Motiviert waren angesichts der Ausgangslage und der Spannung auch die Fans - wenngleich nicht unbedingt nur im positiven Sinn. Aufgrund des Bengalenrauchs musste Schiedsrichter Markus Hameter die Partie knapp nach Beginn der Rapid-Viertelstunde für einige Minuten unterbrechen, ehe weitergespielt werden konnte.


Nach Wiederbeginn war das Glück schließlich auf Seiten der Salzburger: Valentino Lazaro bekommt in der 85. Minute einen abgeblockten Ball direkt vor die Füße und verwertet präzise ins lange Eck zum 2:1 für den Favoriten, der sich damit auch den nächsten Titel in dieser Saison schnappt. Rapid hatte zwar in der siebenten und letzten Minute der Nachspielzeit die Chance, eine Verlängerung herbeizuführen - es blieb aber bei der Niederlage, durch die man international in der nächsten Saison nicht vertreten sein wird. Stattdessen rückt Altach als Bundesliga-Vierter in den Europacup auf.

Neuer Kick für den Cup
Trotz des Endspiels der klingenden Namen, die 20.200 Zuschauer ins Klagenfurter Stadion lockten, wird es im kommenden Jahr einige Änderungen geben. Fix ist bereits, dass Samsung als Hauptsponsor von Uniqa abgelöst wird, auch der Final-Termin unter der Woche ist vorerst Geschichte. "Wir haben uns zu einer klaren Positionierung entschieden, das Cup-Finale an einem fixen Termin anzusetzen", sagte Bernhard Neuhold, Geschäftsführer der ÖFB Wirtschaftsbetriebe GmbH, schon im Vorfeld des Spiels. Der 30. April (Abend) oder der 1. Mai (Nachmittag) wurden mit Blick auf eine familienfreundlichere Ankickzeit auserkoren. 2018 und 2019 fällt das Finale jeweils auf den ersten Mai-Tag. Die heimische Saison wird damit nicht mehr mit dem Cup-Endspiel beschlossen.

Heuer konnte mit Blick auf das Champions-League-Finale am kommenden Samstag sowie das anstehende WM-Qualifikationsspiel in Irland (11. Juni) kein anderer Termin gefunden werden. Auch die späte Beginnzeit sei laut ÖFB notwendig gewesen, um eine größtmögliche TV-Präsenz und werbliche Attraktivität zu gewährleisten. Auch dank 13 von ORF und Puls 4 übertragenen TV-Livespielen konnte der ÖFB deshalb schon vor dem Finale "absolut positiv bilanzieren". Dass im Cup noch viel Luft nach oben ist, veranschaulichten aber auch diese Saison die Besucherzahlen. So kamen zu den vier Viertelfinal-Partien in Summe nur rund 16.000 Zuschauer. Im Halbfinale siegte Salzburg bei der Admira vor gerade einmal 2500 Fans.

Dennoch: Das Finale 2017 im Wörthersee-Stadion war das bestbesuchte seit der fixen Vergabe nach Klagenfurt ab 2014. Für die rund 15.000 Rapid-Fans hatte sich die Anreise schießlich aber nicht bezahlt gemacht.




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Dokument erstellt am 2017-06-01 22:41:05


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