München. Der TSV 1860 München stürzt nach dem Abstieg aus der zweiten deutschen Bundesliga ins Bodenlose: Am Freitag verweigerte Investor Hasan Ismaik die Zahlung der erforderlichen rund zehn Millionen Euro, um vom deutschen Fußballbund DFB die Lizenz für die dritte Liga zu bekommen. Nun müssen die Löwen im Amateurlager - also der vierten Liga - neu anfangen.

"Das Engagement von Hasan Ismaik für den TSV 1860 war über die letzten Jahre hinweg unerschütterlich. Leider ist es Herrn Ismaik derzeit jedoch nicht möglich, den erheblichen Betrag, der für die 3. Liga benötigt wird, bereitzustellen, da die e.V. (eingetragener Verein, Anm.) sich weigert, notwendige Änderungen vorzunehmen, um die vielen Themen, mit denen der Verein konfrontiert ist, zu lösen", hieß es in einer Mitteilung seines Unternehmens HAM.

2011 hatte der unberechenbare Milliardär aus Abu Dhabi die Löwen noch gerettet. Zuletzt hatte sich das Verhältnis seitens der Klubführung zu ihm massiv verschlechtert - Ismaik wirkte mehr wie ein Erpresser denn ein Heiland. Doch so ohne weiteres will sich der Mäzen trotz des sportlichen Falls nicht verabschieden, er kündigte nämlich an, den Klub "auch in der 4. oder 5. Liga unterstützen" zu wollen und "notwendige Veränderungen" voranzutreiben. "Dass ich dazu gezwungen werde, eine solche Entscheidung zu treffen, macht mich traurig. Ich habe bis zur letzten Minute um eine Lösung gekämpft. Aber meine begründeten Forderungen, die voll im Interesse einer guten Corporate-Governance unter Berücksichtigung von Recht und Gesetz lagen, sind seit Monaten auf taube Ohren gestoßen."

Im Zuge des Abstiegs am Dienstagabend aus der zweiten deutschen Bundesliga - nach einem 0:2 im Relegations-Rückspiel gegen Jahn Regensburg in der Allianz-Arena - gab es schon einen größeren personellen Neubeginn. Präsident Peter Cassalette erklärte unmittelbar nach der Pleite seinen Rücktritt; und schon vor dem Spiel hatte der erst im April angetretene Ian Ayre seine Position als Geschäftsführer zur Verfügung gestellt.