Rostock. Spieler, Trainer, Vereinsvertreter reagierten entsetzt, der Kontrollausschuss des deutschen Fußballbundes DFB ermittelt: Nach den wüsten Szenen beim Cup-Erstrundenspiel von Hansa Rostock gegen Hertha BSC am Montagabend sprach kaum jemand mehr über das 2:0 des Bundes- gegen den Drittligisten aus Rostock. Stattdessen erwarten beide Klubs harte Strafen, nachdem Schiedsrichter Robert Hartmann die Partie wegen schwerer Ausschreitungen auf den Rängen zweimal hatte unterbrechen müssen, zunächst für zwei, später dann sogar für 18 Minuten. Auf der einen Seite hatten Berliner Anhänger immer wieder Feuerwerkskörper und auch Raketen gezielt Richtung Rostocker Zuschauer gezündet. Die Hansa-Ultras setzten indessen Hertha-Banner und Sitze in Brand.

"Wir halten bis zur 74. Minute ein grandioses 0:0. Dann ist es 20 bis 50 Vollidioten anscheinend wichtiger, das eigene Wohnzimmer, das Ostseestadion, abzufackeln, anstatt die Mannschaft zu unterstützen", erklärte Hansas Vorstandschef Robert Marien nach der Niederlage. "Das sind Handlungen, die niemand in einem Fußballstadion haben will. Deshalb wird es ein Thema sein, das Vereine, Verbände und die Fanlager in den nächsten Wochen beschäftigen wird", betonte Hertha-Manager Michael Preetz, der auf Sky sogleich die Frage in den Raum stellte: "Wie kann man dem beikommen, wie bekommt man dies raus aus den Stadien?" Schließlich war das Spiel schon vor der Partie als Hochrisikopartie eingeschätzt worden. Dass die Polizei dann minutenlang brennenden Sitzen und vermummten Anhängern gegenüberstehen würde, hatte aber niemand erwartet. "So etwas habe ich noch nie gesehen", erklärte etwa Herthas Trainer Pál Dárdai.