Innsbruck/Osijek/Constanta. Für die österreichischen Bundesligisten war am Donnerstag Europacup-Großkampftag. Mit Austria Wien, Red Bull Salzburg und SCR Altach bestritten gleich drei Teams ihre Hinspiele um den Einzug in die Gruppenphase der Europa League.

Die Austria bekam es dabei in Kroatien mit dem NK Osijek zu tun, einem Team, das sich zuletzt in bestechender Form befunden hatte. Zudem musste Trainer Thorsten Fink nach dem Abgang von Petar Filipovic den 21-jährigen Mohammed Kadiri in der Innenverteidigung ins kalte Wasser werfen.

Die Austria versuchte gleich einmal, das Spiel ruhig zu halten - und schläferte dabei offenbar auch sich selbst ein. Nach einem schnell abgespielten Freistoß der Kroaten reagierte ausgerechnet Routinier Heiko Westermann zu langsam und Osijek-Stürmer Muzafer Ejupi netzte zum 1:0 ein. Damit nahm die Partie Fahrt auf: Die Wiener hatten gleich danach bei einem Lattenschuss Pech. Und kurz darauf bei einem Stangenschuss Glück, als Osijek den Ball bei einem Elfer, den Kadiri durch ein ungeschicktes Foul verursacht hatte, an die Stange setzte.

In der 26. Minute landete der Ball dann aber im Tor - und zwar auf Seiten der orange spielenden Veilchen. Nach schöner Vorarbeit von Talent Dominik Prokop traf Christoph Monschein zum 1:1 ins lange Eck.

Somit stimmte das Ergebnis für die Austria wieder, was ihr die Möglichkeit gab, abwartender zu agieren und auf Gegenstöße zu lauern. Bei einem Vorstoß wurde der sehr starke Prokop in der 60. Minute gefoult. Dann schlug die Stunde von Raphael Holzhauser: Wunderschön zirkelte er den Ball zum 2:1 für die Austria über die Mauer. Damit war das Ergebnis noch besser, und die Wiener brachten es auch über die Zeit - obwohl sie in der Defensive nicht gerade sattelfest wirkten.

Red Bull Salzburg bekam es mit dem Team eines ganz prominenten Ex-Fußballers zu tun und trat in Rumänien gegen die Mannschaft von Viitorul Constanta an, die von Gheorghe Hagi betreut wird. Dieser will vor allem junge Spieler entwickeln, und dass seinem Team die Routine fehlt, zeigte sich gleich in der zweiten Minute. Einen schweren Schnitzer der Rumänen nutzte Salzburg gleich aus und ging durch Hee-Chan Hwang 1:0 in Führung. Doch auch Salzburg kann Schnitzer. Stefan Lainer legte in der siebten Minute Alexandru Matan den Ball per Kopf auf und dieser traf zum Ausgleich.

Das muntere Fehlermachen ging weiter - auf Seiten der Rumänen. Zwei Mal ließen sie den Salzburgern zu viel Platz, und diese nutzten das gleich zwei Mal aus. Nach Toren von Hannes Wolf und Munas Dabbur führte der österreichische Meister bereits nach einer halben Stunde mit 3:1. Die Salzburger ließen in der Folge nichts anbrennen und siegten somit auch in dieser Höhe.

Altach im Pech

Der SCR Altach, der für seinen internationalen Auftritt wieder einmal nach Innsbruck ausweichen musste, ging wiederum als Außenseiter in sein Match gegen Maccabi Tel Aviv. Die Vorarlberger zeigten sich aber unbeeindruckt, waren gegen das von Jordi Cruyff trainierte Team von Anfang an präsent. Nachdem das Spiel in der ersten Halbzeit arm an Torchancen war, gewann Altach in der zweiten Hälfte immer mehr die Oberhand und hatte auch gute Chancen, die aber knapp vergeben wurden. Und dann kam es, wie es so oft kommt, wenn man einige Sitzer auslässt: Der Gegner schießt das Tor. Der Isländer Vidar Örn Kjartansson erzielte für Tel Aviv in der 67. Minute das 1:0. Das war auch das Endergebnis, und das war bitter für Altach, denn es wäre mehr für das Team von Klaus Schmidt möglich gewesen.

Insgesamt war es ein erfreulicher Abend für den österreichischen Fußball: Austria und Salzburg befinden sich in einer ausgezeichneten Ausgangsposition für den Einzug in die Gruppenphase. Für Altach hingegen wird es ganz, ganz schwer werden.