Wien. Am Montagabend wurde er zum ÖFB-Teamchef gewählt, Dienstagmittag der Öffentlichkeit präsentiert, am Donnerstag soll er seinen ersten Teamkader nominieren und am Samstag steht für ihn als Noch-Sturm-Trainer das Bundesliga-Spitzenduell vor vollem Haus gegen Rapid an: Franco Foda durchlebt aktuell wahrlich stressige Tage, die aber dank seines persönlichen Erfolges zweifellos auch wunderschöne sind: "Es ist mir eine Ehre und erfüllt mich mit Stolz, dass ich heute hier sitze. Mein Trainerteam und ich freuen uns auf die neue Aufgabe, wir können mit der Mannschaft sehr viel erreichen", sagte Foda, flankiert von ÖFB-Präsident Leo Windtner und Sportdirektor Peter Schöttel, in seinen ersten Worten als neuer österreichischer Nationaltrainer.

Zudem bedankte sich der 51-jährige Deutsche beim ÖFB für das Vertrauen und bei seinem Noch-Arbeitgeber Sturm Graz für das Entgegenkommen bei den Vertragsverhandlungen. Für seine Premiere am 14. November im Happel-Stadion gegen Uruguay samt dem davor stattfindenden Lehrgang in Marbella wird Foda von den Steirern freigestellt. Sein Teamchef-Vertrag beginnt erst am 1. Jänner 2018 und endet am 31.Dezember 2019 mit Option auf Verlängerung bis Sommer 2020, sollte sich das ÖFB-Team für die EM qualifizieren.

Die Teilnahme an der Endrunde ist logischerweise ein großes, aber nicht das einzige Ziel Fodas. "Daneben ist es auch wichtig, dass sich die Mannschaft gut entwickelt, gut spielt und die Leute begeistert." Mit welchen Maßnahmen das erreicht werden soll, darüber sollen die Spieler im am Montag beginnenden ÖFB-Trainingscamp informiert werden. "Jeder Trainer hat seine eigene Ideen und Pläne. Meine Aufgabe ist es jetzt, ihnen das in kurzer Zeit zu vermitteln."

Konkrete Angaben zu seinen Plänen oder seinem bevorzugten Spielsystem vermied der einstige Defensivakteur. Wie entscheidend etwa die Spielpraxis für eine Einberufung sei, wollte Foda nicht wirklich bewerten. "Es ist wichtig, dass ein Spieler einen Rhythmus hat, aber es kann auch Ausnahmesituationen geben."

Zur Position von David Alaba im Nationalteam, zuletzt Dauerstreitpunkt unter Marcel Koller, dürfte Foda ein Machtwort sprechen und dabei nicht mehr auf die Wünsche des 25-Jährigen Rücksicht nehmen: "Er ist ein hervorragender Fußballer, der beim FC Bayern spielt. Er kann auf mehreren Position eingesetzt werden. Er wird dort spielen, wo ich glaube, dass es für die Mannschaft am besten ist." Der gebürtige Mainzer deutete an, dass für seinen Star-Spieler je nach Gegner und Matchplan verschiedene Rollen vorgesehen sein könnten.