Graz/Wien. (may) Sieben Mal sitzt Franco Foda noch auf der Trainerbank von Sturm Graz - dann wechselt er zum Jahreswechsel endgültig auf den rot-weiß-roten Trainersessel des Nationalteams. Bis es soweit ist, stehen für den 51-jährigen Deutschen in der heimischen Bundesliga aber noch ereignisreiche Wochen mit jeder Menge Schlagerpartien bevor - jene am Samstag (16Uhr/Sky) gegen Rekordmeister Rapid vor vollem Haus in Graz-Liebenau bildet dabei nur den Auftakt. Denn nach der Länderspielpause samt Spanien-Trainingslager und Team-Debüt gegen Uruguay am 14. November wartet fünf Tage später auf Foda das nächste Liga-Gipfeltreffen bei Serienmeister Salzburg. Ehe dann Mitte Dezember in Runde 20 die Trainer-Ära Foda bei Sturm Graz - zumindest vorläufig - bei der Wiener Austria zu Ende geht. Passenderweise im Ernst-Happel-Stadion.

Doch zuvor gilt alle Aufmerksamkeit dem Kräftemessen mit der wiedererstarkten Minimalistentruppe aus Hütteldorf, die nach vier 1:0-Siegen in Serie in der Tabelle Platz drei bekleidet und auf die Blackys aus Graz nur noch sechs Punkte Rückstand aufweist. Dementsprechend wertvoll hinsichtlich der Titel- beziehungsweise Europacup-Ambitionen wäre ein voller Erfolg aus Sicht des Tabellenführers. "Es ist das Spiel des Jahres", meinte Foda unverblümt, der gleichzeitig jegliches Ablenkungspotential hinsichtlich ÖFB-Team wegwischte. "Ich bin so, wie ich bin. Es ist wichtig, authentisch zu bleiben. Ich bin bis zum Ende der Herbstmeisterschaft mit Leib und Seele Sturm-Trainer, der ganze Fokus liegt auf dem morgigen Spiel", erklärte er am Freitag. Die ganze Mannschaft habe diese Woche hochkonzentriert gearbeitet: "Wir sind sehr gut vorbereitet."

Wie gut es in Graz derzeit läuft, zeigt der aktuelle Vereinspunkterekord nach 13 Runden, in denen man 31 Zähler sammelte. Selbst unter Trainerlegende Ivica Osim hatte man zu diesem Zeitpunkt der Meisterschaft kein derart dickes Konto: 1997/98 hielten Ivica Vastic und Co. bei 30 Zählern. Besser bilanzierte nach 13Runden in den vergangenen 20 Jahren überhaupt nur der FC Tirol, der 2001/02 35 Punkte beziehungsweise 1999/00 33 Punkte aufwies.

Auch Stürmer Deni Alar, von Foda in den ÖFB-Kader berufen, betonte, für das Duell mit seinem Ex-Klub Rapid zu brennen. "Jeder freut sich auf das Spiel, da muss man keinen extra motivieren", erklärte der Steirer. "Es sind die einzigen Teams, wo beide Fans unglaubliche Stimmung machen. Unser Ziel sind drei Punkte."