Nach drei Jahren sind die Blau-Weißen im Jahr 2000 in die Regionalliga aufgestiegen. Zu den Spielen in der dritten Liga kamen regelmäßig mehr als 1000 Zuschauer in den Donaupark. 2003 scheiterte der Verein am Weg in den Profifußball auf traumatisierende Art und Weise in der Relegation gegen Bad Bleiberg: Nach einem 2:0-Auswärtssieg verloren die Linzer zuhause nach einer 2:1-Pausenführung noch mit 2:4. Nachdem der Verein 2007 sogar kurzzeitig in der vierten Liga gespielt hat, gelang 2011 der erstmalige Aufstieg in die zweite Liga. Nach dem erneuten Abstieg 2014, folgte 2016 die Rückkehr in den Profifußball. Dort möchte sich der Verein nun zurechtfinden. Im Jubiläumsjahr wurde mit der "Agenda 2027" die Zielsetzung für das nächste Jahrzehnt festgelegt: "Der ideologische Nachfolgeverein des SK Vöest Linz", wie ihn Präsident Niedermayr bezeichnet, soll in die Bundesliga aufsteigen. Der neue Präsident sieht viel Potenzial und will die Zuschauer zurück ins Stadion holen. Der Verein probiert dies auch mit einer professionell aufgestellten Marketingabteilung, die entsprechende Nische hat man gefunden. "Der Lask ist der oberösterreichische Verein, sie sind ja auch aus Linz weggezogen", meint Sportdirektor Wimleitner und spielt damit auf das Lask-Heimstadion im Vorort Pasching an. "Wir sind hingegen der klassische Linzer Stadtverein", sagt Wimeitner. Mehr Zuschauer könne man aber nur mit sportlichem Erfolg erreichen.

"Wir sind das gallische Dorf"


Anlässlich des Jubiläums hat der langjährige Fan Dominik Thaller eine Dokumentation über seinen Herzensverein gedreht. Der Film "Immer wieder geht die Sonne auf!" wurde bei der 20-Jahresfeier in der Linzer Tabakfabrik vorgeführt. Auch wird er beim Crossing Europe Filmfestival 2018 zu sehen sein. "Ich wollte den Klub für Leute von außen verständlich machen", erklärt Thaller der "Wiener Zeitung". "Das Besondere fängt bei der Neugründung an." Dieses dunkle Kapitel gemeinsam überwunden zu haben, würde den Spirit von Blau Weiß ausmachen.

Wobei: "Die sportlichen Niederlagen waren schon schlimm, aber wir haben immer gewusst, dass es den Verein im darauffolgenden Jahr noch gibt", erklärt Thaller. Auch für Präsident Niedermayr ist die große Leidensfähigkeit das Markenzeichen des Vereins. "Wir sind das kleine gallische Dorf, wir wurden ausradiert, sind schon oft hingefallen und sind doch immer wieder zurückgekommen", betont er. Bei allen Rückschlägen gab es auch Erfolge, neben den Aufstiegen vor allem im Cup. 2002, nur fünf Jahre nachdem die Blau-Weißen vom Lask geschluckt worden waren, besiegte der neugegründete Verein den schwarz-weißen Erzrivalen mit 3:1. 2010 warf Blau Weiß Linz Red Bull Salzburg mit 3:1 aus dem Pokalwettbewerb.

Von solchen Sternstunden ist man derzeit weit entfernt. Doch das Wichtigste ist den Blau-Weißen die Gewissheit, dass ihr Verein weiterhin existiert. "In welcher Liga ist eigentlich fast egal", sagt Thaller. Beim Spiel gegen die SV Ried feierten die Anhänger das Vereinsjubiläum in der Fankurve. Als Liebeserklärung an ihren Verein zitierten die Fans auf einem Transparent eine Zeile von Wolfgang Ambros: "Du bist wia de Wintasun, die nur an monch’n Tog scheint."