Wien/Salzburg. Red Bull Salzburg hat am Donnerstag in souveräner Manier das Ticket für das Sechzehntelfinale der Europa-League gebucht. Durch den 3:0-Heimsieg über Vitoria Guimarães fixierten die Salzburger schon eine Runde vor Schluss Endrang eins in Gruppe I, sind damit zum vierten Mal Gruppensieger und stehen zum fünften Mal in der K.o.-Phase des Bewerbs.

Nun wandert Salzburgs Fokus von der Europa League zur Bundesliga, in der es am Sonntag in Wien zum großen Schlager gegen Rapid kommt (16.30 Uhr/ORFeins). "Die sind gut drauf, aber wir werden alles raushauen, was noch im Tank ist", kündigte etwa Linksverteidiger Andreas Ulmer an. Die Reserven sind nach 29 Partien seit Mitte Juli, von denen nur eine verloren wurde, offenbar nicht mehr allzu groß, wie Xaver Schlager andeutete. "Jetzt müssen wir gut regenerieren, denn die Akkus sind schon fast leer und müssen wieder aufgeladen werden", sagte der Mittelfeldspieler. Respekt vor Rapid zeigte am Freitag auch Coach Marco Rose. "In Wien wird es am Sonntag brennen. Es wird mit Sicherheit ein Topmatch. Wir werden auf einen sehr starken Gegner treffen, der sehr stabil ist, der zuletzt verdient die Punkte eingefahren hat und im zweiten Viertel der Saison nur ein Gegentor erhalten hat", warnte Rose.

Rapid wiederum sieht sich für den Schlager gegen Salzburg vollends gerüstet. Die Erfolgsserie von zwölf Pflichtspielen ohne Niederlage löste im Lager der Hütteldorfer vor dem Duell mit dem Tabellenführer im Allianz-Stadion große Zuversicht aus, wie Trainer Goran Djuricin betonte. "Salzburg hat einen starken Lauf, aber den haben wir auch. Wir kommen mit viel Selbstvertrauen und wollen den Salzburgern so richtig wehtun und uns revanchieren", meinte der Coach mit Hinweis auf die Niederlage im Cupfinale im Juni oder den späten Ausgleich beim 2:2 in Wals-Siezenheim im September. "Wir gehen zum ersten Mal seit langem in ein Spiel gegen Salzburg, wo wir so richtig gefestigt sind", erklärte Djuricin.

Seit bereits neun Pflichtspiel-Duellen mit dem Meister wartet Rapid auf einen Sieg. Diese Negativserie soll nun gebrochen werden. In diesem Zusammenhang könnte Philipp Schobesberger mit seiner Schnelligkeit eine Schlüsselrolle zukommen. An dem Flügelspieler war Salzburg angeblich interessiert, eher er sich für eine Verlängerung bei Rapid entschied - sehr zur Freude von Djuricin. Die Hoffnungen des Trainers ruhen nicht nur auf Schobesberger, sondern auch auf den eigenen Anhängern. Bis Freitag waren in den Rapid-Sektoren nur noch wenige Karten zu haben, rund 25.000 Zuschauer werden erwartet.

Die Unterstützung ihrer Fans kann auch die Wiener Austria gebrauchen, die ebenfalls am Sonntag (14 Uhr) auswärts gegen den WAC antritt. Um in der Tabelle nicht noch weiter abzurutschen, müssen dringend Punkte her, hat doch die Austria bisher weder in der Bundesliga noch im Europacup viel Glanz versprüht. Den nackten Zahlen zum Trotz dürfen die auch beim 1:5 bei Milan am Donnerstag in schwacher Verfassung agierenden Wiener in der Europa League noch auf den Aufstieg hoffen. Der Ex-Violette Alexander Gorgon bescherte der Austria mit seinen Treffern für Rijeka ein echtes Finale. Demnach stünden die Austrianer mit einem Heimsieg über AEK Athen am 7. Dezember im Sechzehntelfinale. Die Griechen vergaben ihre Chance darauf mit einem 2:2 gegen Rijeka. Gorgon erzielte beide Tore für die Kroaten, AEK traf in der 89. Minute nur die Latte. Fink war bemüht, positiv zu bleiben. "Wir haben uns das selbst erarbeitet, es ist schön, ein Finale zu haben", betonte der Coach.