Köln. (rel/apa) Peter Stöger hat es noch einmal geschafft. Der zuletzt schwer angeschlagene 1. FC Köln hat in der Europa League einen Prestigeerfolg gefeiert und kam gegen ein verstärktes B-Team von Arsenal dank eines Treffers von Sehrou Guirassy (62./Elfmeter) zu einem 1:0-Heimsieg. Damit rettete der Klub nicht nur die Chance auf das Sechzehntelfinale, sondern auch gleich ihrem Coach, der seinen Sessel vorerst doch nicht räumen muss, den Kopf.

Die Rute, welche die Vereinsleitung Stöger diese Woche ins Fenster gestellt hatte, verfehlte offenbar ihre Wirkung nicht. Demnach hatte der 51-jährige Trainer entweder im Europacup oder in der Bundesliga unbedingt zu liefern - und zwar in Gestalt eines Sieges und drei Punkten. Diese Anforderung wurde gegen Arsenal erfüllt, weswegen die Schonfrist von zwei Spielen verlängert und damit das für Sonntag angedrohte Schicksalspiel gegen Hertha BSC (18 Uhr) aufgeschoben wird.

Tatsächlich war der Blick in die Zeitungen für Stöger zuletzt kein Vergnügen. Von Chaos und "Krisensitzungen" war die Rede, hinzu kamen wenig schmeichelhafte Abstimmungen, ob er als Trainer bleiben oder gehen soll - mit gemischten Ergebnissen. Die Stimmung gegen den bisher unantastbaren Coach aus Österreich drohte zu kippen. Von seiner Politik der ruhigen Hand ließ sich Stöger aber auch dadurch nicht abbringen. "Damit kann und muss ich leben", hatte der Ex-Austria-Trainer vor dem Europa-League-Highlight gegen Arsenal gemeint. "Ich bin nicht persönlich gekränkt oder beleidigt. Ich habe auch Verständnis dafür. Wir haben zwei Punkte in der Bundesliga, das ist einfach schlecht. Aber ich stelle mich weiter der Verantwortung, das Beste rauszuholen."

Ob Stöger - selbst nach einem Sieg gegen Hertha - Köln-Trainer bleibt, entscheiden aber nicht nur die Leistungen und Ergebnisse, sondern vor allen der neue Sportchef. Wann dieser kommt und wer es wird, ist allerdings noch offen, eine Entscheidung steht offenbar kurz bevor. Allein die Mannschaft steht weiterhin hinter dem Trainer, das hatte der Spielerrat der Vereinsspitze bereits am Dienstag bestätigt. "Jörg Schmadtke ist bereits weg. Deshalb wollen wir nun schauen, dass wir das gemeinsam schaffen", erklärte Torhüter Timo Horn: "Am Trainer liegt es nicht. Die Frage zu stellen ist Quatsch." Gleichzeitig forderte Horn veränderte Abläufe und einen "anderen Zug" in der Mannschaft. Die Frage, was damit gemeint sein könnte, konnte oder wollte Stöger nicht beantworten: "Da müssen Sie Timo Horn fragen, welchen Zug er gerne sehen möchte."

Hoffenheim, Hertha draußen


Im Gegensatz zum FC Köln sind die weiteren deutschen Vertreter in der Europa League bereits vorzeitig ausgeschieden. Hoffenheim (mit Florian Grillitsch und Stefan Posch) verspielte am Donnerstag durch ein 1:3 in Braga ebenso alle Aufstiegshoffnungen wie Hertha (Valentino Lazaro) durch ein 2:3 bei Athletic Bilbao. Angeschlagen ist auch Borussia Dortmund. Hier muss Peter Bosz, will er Trainer bleiben, am Samstag gegen Schalke dringend Punkte holen.