Wien. Viel besser hätten die vergangenen acht Tage für Red Bull Salzburg nicht laufen können. Zunächst stürzte der Doublegewinner Sturm Graz mit einem 5:0 von der Tabellenspitze, dann fixierte der Verein mit dem 3:0 gegen Vitoria Guimãraes als Gruppensieger vorzeitig den Einzug ins Europa-League-Sechzehntelfinale, und schließlich gab es am Sonntag in Wien gegen Rapid einen 3:2-Sieg. Nach dem prestigeträchtigen Erfolg in dem packenden Match vor 25.300 Zuschauern - mehr als in allen anderen Wochenend-Partien der beiden höchsten Ligen zusammen - sind die Salzburger schon seit 17 Pflichtspielen ungeschlagen. "Die Jungs haben Großartiges geleistet", resümierte Trainer Marco Rose.

Während Salzburg jubelt, hadert Rapid indes mit dem Schicksal. "Wir haben die ersten sechs, sieben Minuten nach dem Seitenwechsel total verschlafen, da waren wir total orientierungslos", erklärte Rapid-Trainer Goran Djuricin. Sonst gab es für den Wiener aber praktisch nichts an der Leistung seiner Truppe auszusetzen. "Die restliche Spielzeit waren wir ganz stark. Es war wichtig, nicht nur dagegengehalten zu haben, sondern agiert zu haben in den meisten Phasen. Die Entwicklung geht weiter." Ein schaler Nachgeschmack aber bleibt. "Wir sind für den großen Aufwand nicht belohnt, aber für jede Kleinigkeit bestraft worden."

Möglicherweise wäre die Partie anders gelaufen, hätte Paulo Miranda in der Anfangsphase bei seinem Foul am als Mittelstürmer aufgebotenen Philipp Schobesberger von Referee Markus Hameter nicht Gelb, sondern gleich Rot wegen Torraubs gesehen. "Doch der Schiedsrichter ist immer ein armes Schwein. Eine Seite sagt immer schlecht, die andere gut, deswegen schaue ich, dass ich neutral bleibe", betonte der Rapid-Betreuer. Die Leistung des Unparteiischen sei trotz allem ganz "okay" gewesen.

Hameter stand auch im Mittelpunkt, als er gemeinsam mit seinem Assistenten beim vermeintlichen 3:3 für Rapid das Handspiel von Giorgi Kvilitaia nicht erkannte. Erst auf Intervention des vierten Offiziellen Dieter Muckenhammer wurde der ursprünglich gegebene Treffer noch aberkannt. Rapid wartet damit bereits seit zehn Partien gegen Salzburg auf einen Sieg, hat nach zwölf Pflichtspielen wieder verloren und liegt als Dritter schon acht Punkte hinter dem Spitzenreiter. Vom Ziel, auf Augenhöhe mit dem Liga-Krösus zu kommen, ist man weiterhin ein schönes Stück entfernt.

Spitzenspiel in der Südstadt


Mit Salzburg wieder auf Augenhöhe kommen will auch Sturm Graz, dem am Dienstagabend (19 Uhr/ Sky) in der Bundesliga eine unangenehme Heimpartie gegen die Admira bevorsteht. Die Niederösterreicher haben in den vergangenen zehn Runden nur eine Niederlage kassiert - und als eines von drei Teams in dieser Saison auch Sturm - aktuell auf Tabellenplatz zwei - bezwungen. Weswegen auch Trainer Franco Foda vor dem Tabellenvierten eindringlich warnte. "Wenn man den Kader genau betrachtet, haben sie große Qualität", meinte er.