Wien. Die Herbstsaison in der österreichischen Bundesliga ist Geschichte und hat - neben der Beförderung von Franco Foda zum ÖFB - einige interessante Entwicklungen gebracht:

Titelkampf: Geht es nach dem Tabellenstand vor der Winterpause, dann kann der Meister der 44. Saison nur Sturm Graz oder Red Bull Salzburg heißen. Den steirischen Herausforderer, Winterkönig und Serien-Champion trennt nach 20 von 36 Runden nur ein einziger Punkt, während der Abstand zum ersten Verfolger, Rapid, bereits zehn beziehungsweise neun Zähler beträgt.

Punkte: Mit 44 verpassten die Grazer ihre Bestleistung (47) aus der Rekordsaison 1997/98 durch die 0:1-Pleite am Sonntag im Happel-Stadion gegen die Austria im Abschiedsmatch des zum Teamchef avancierten Langzeittrainers Franco Foda. Als sie 2010/11 überraschend ihren dritten Titel holten, waren sie nach 20 Runden mit 36 Punkten als Zweite hinter Ried (37) aber deutlich schlechter gewesen. Den Rekord halten übrigens gemeinsam der FC Tirol aus der Saison 2001/02 und die Austria (2012/13) mit je 48 Zählern (15-3-2) nach 20 Runden.

Seit dem erst vierten Erfolg einer anderen Mannschaft (Austria 2005/06 und 2012/13, Rapid 2007/08 und Sturm 2010/11) als Salzburg in der nun 12,5-jährigen Salzburg-Ära haben die Weiß-Roten den Meistertitel viermal in Folge (insgesamt acht Mal bei vier zweiten Plätzen) erobert. Ihre Bestleistung nach 20 Runden (nicht immer mit dem Beginn der Winterpause identisch) lautet aus der Saison 2013/14 46 Zähler. Diesmal halten sie bei 43, nicht zuletzt wegen ihrer drei Remis (Austria 1:1, WAC und Lask je 0:0) zum Herbstausklang. Vor einem Jahr lagen die Salzburger vor der Winterpause auch nur auf Rang zwei hinter Altach (42) und hatten mit 40 Punkten einen mehr als Sturm. In der Endabrechnung wurden sie jedoch mit 81 Punkten überlegen Champion vor der Austria, Sturm und Altach.

Franco Foda: Die Bilanz des (Ex-) Sturm-Trainers kann sich sehen lassen. Neben dem Titel 2010/11 schaffte der Deutsche mit den Blackies einen dritten Platz (2016/ 17), viermal einen vierten und zweimal einen fünften. Dass es einmal, 2006/07, nur für einen siebenten Rang reichte, ist wiederum auf den Abzug von 13 Punkten zurückzuführen (sonst wäre er Vierter geworden). Diesmal übergab der neue ÖFB-Teamchef die Mannschaft an seinen Nachfolger Heiko Vogel als Winterkönig. Außerdem gewann Foda mit seinem Team 2010 den ÖFB-Cup.

Abstiegskampf: Diesmal (noch) kein Abstiegskampf, sondern einer gegen den zehnten Platz. Hat das Schlusslicht doch durch die Aufstockung auf zwölf Vereine die Chance, gegen den Dritten der Ersten Liga (aktuell wäre das Wacker Innsbruck, aber auch Ried, Wr. Neustadt und Hartberg sind nach derzeitigem Stand mögliche Gegner) in der Relegation den Klassenerhalt zu schaffen. Erster Anwärter auf dieses Duell ist der St. Pölten, der in 20 Runden nur sieben Punkte schaffte, was zuletzt in der Saison 2009/10 dem Austria Kärnten "gelang". Die Niederösterreicher weisen neun Zähler Rückstand auf den WAC und 14 auf Mattersburg auf.