• vom 14.02.2018, 08:00 Uhr

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Die Bedrohung ist real




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  • Für Real Madrid geht es im Champions-League-Spiel gegen Paris Saint-Germain um viel.

Zinédine Zidane hatte schon mehr zu lachen.

Zinédine Zidane hatte schon mehr zu lachen.© Paul White/ap Zinédine Zidane hatte schon mehr zu lachen.© Paul White/ap

Madrid. (art) Real Madrid gegen Paris Saint-Germain, Cristiano Ronaldo gegen Neymar - das Achtelfinalhinspiel der Champions League am Mittwoch (20.45 Uhr) hat alle Ingredienzien eines Fußballschlagers. Zusätzliche Aufregung hätte es dazu im Vorfeld gar nicht bedurft. Doch weil die Madrilenen in der spanischen Meisterschaft keine reellen Chancen mehr auf den Titel haben, auch die Copa del Rey für sie gelaufen ist, ist der Druck für die Mannschaft von Zinédine Zidane umso größer. Scheiden sie auch in der Champions League aus, dürfte die Ära des französischen Coaches bald Geschichte sein.

Dabei galt der 45-Jährige als Messias, als er Anfang 2016 vom B-Team auf den Cheftrainerposten befördert wurde. Mit ihm, der schon als Spieler bei den Madrilenen populär war, sollten die internen Turbulenzen der vergangenen Jahre endgültig beendet werden, auch der Erfolg stellte sich bald ein. Auf Anhieb coachte er das als launische Diva verschriene Star-Ensemble zum Triumph in der Champions League, als erstem Trainer gelang ihm die erfolgreiche Titelverteidigung im Jahr darauf, dazu kamen die spanische Meisterschaft, zwei Klub-Weltmeisterschaften, die Siege im spanischen Supercup sowie im Uefa-Super-Cup. Doch weil die allgemeine Weisheit, wonach nichts für die Ewigkeit ist, für den Fußball noch spezieller gilt, wackelte Zidanes Stuhl in den vergangenen Wochen gehörig. In der Primera División fehlen auf den FC Barcelona 17 Punkte, aktuell liegt Real nur auf dem vierten Platz - hat allerdings auch ein Spiel weniger bestritten als das Führungstrio.


Doch während es in der Liga, in der es in den jüngsten vier Spielen immerhin keine Niederlage gab, ohnehin nur noch um Ergebniskosmetik geht, ist in der Champions League noch alles möglich - genau darin liegen Hoffnung wie Belastung gleichermaßen. Luka Modrić bringt es auf den Punkt: "Gegen Paris spielen wir um unsere gesamte Saison." "Wir werden alles tun, um die Champions League zu gewinnen", betont Zidane und bemüht die vermeintliche Stressresistenz seiner Mannschaft: "In komplizierten Momenten ist Real immer wieder da."

Dass es gegen Paris Saint-Germain auch um seine Zukunft gehen dürfte, ist dem früheren Weltmeister klar, darüber groß sprechen will er nicht. "Ich denke nicht daran, was vielleicht passieren wird. Einige Dinge liegen nicht in meinen Händen. Jedes Spiel ist für mich wichtig. Meine eigene Zukunft ist für mich im Moment nicht wichtig." Ebenso wenig will er Spekulationen kommentieren, wonach sein früherer Teamkollege Guti, aktuell U18-Trainer Reals, auf seinen Posten schielen würde. Viele sehen ihn schon als möglichen Nachfolger, Guti selbst hat Zidane allerdings zuletzt volle Unterstützung zugesagt.

Tatsache ist freilich, dass die Diskussionen nicht abreißen werden, sollten die Pariser ihnen schon im Achtelfinale ein Bein stellen. Doch die Bedrohung ist real, seit die katarischen Scheichs die Franzosen mit Öl-Milliarden alimentieren, ist der Titelgewinn das erklärte Ziel, das man mit Einkäufen von Stars wie Neymar untermauert hat. In den vergangenen Jahren hat es noch nicht geklappt, heuer scheint PSG aber nicht nur stark wie nie zuvor - die Gruppenphase hat man mit fünf Siegen und nur einer Niederlage gegen Bayern sowie einem Torverhältnis von Plus 21 beendet -, die Mannschaft von Trainer Unai Emery weiß auch, woran es in den vergangenen Jahren gehapert hat. "Wir brauchen psychische Stärke. Das ist ohne Zweifel das, woran es in den vergangenen Saisonen gemangelt hat", meint Mittelfeldakteur Adrien Rabot. Fehler wie im Vorjahr, als man von Barcelona nach einem 4:0-Heimsieg noch mit einer 1:6-Niederlage aus dem Bewerb eliminiert wurde, will man diesmal tunlichst vermeiden. Das weiß man auch bei Real. "Wir treffen auf eine große Mannschaft mit exzellenten Spielern", sagt Ronaldo.




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Dokument erstellt am 2018-02-13 17:35:26
Letzte nderung am 2018-02-13 22:20:22



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