Salzburg/Wien. Rapid absolviert am Sonntag eines von wenigen Spielen im Jahr, in denen von den Hütteldorfern nicht unbedingt ein Sieg verlangt wird. Im Auswärtsmatch der 25. Fußball-Bundesliga-Runde gegen den Titelverteidiger und überlegenen Spitzenreiter Red Bull Salzburg gelten die Grün-Weißen als Außenseiter - und fühlen sich in dieser Position laut Sport-Geschäftsführer Fredy Bickel durchaus wohl.

Beim Schweizer lebt die Hoffnung auf den ersten Pflichtspiel-Sieg über den Serienmeister nach zehn erfolglosen Versuchen. "Wir haben schwierige Zeiten durchgemacht, aber der Trend zeigt jetzt in die richtige Richtung. Ich hoffe schon, dass ohne Druck das Fußballerische zurückkommt und wir einen harten Widersacher abgeben", erklärte Bickel. Die Salzburger führen in der Tabelle zehn Punkte vor Sturm Graz, stehen im Europa-League-Achtelfinale und sind seit 29 Bewerbspartien ungeschlagen, was Bickel Respekt abringt. "Die Favoritenrolle ist klar vergeben. Salzburg ist eine Klasse für sich."

Trotzdem stimmen den Sport-Geschäftsführer und auch Trainer Goran Djuricin die jüngsten beiden Siege gegen den Lask in der Liga und Ried im Cup optimistisch, auch wenn man gegen Ried nur mit Glück weiterkam. "Dadurch reisen wir mit einem durchaus großen Selbstvertrauen an. Wir wissen ja, dass wir es können, und haben auch im letzten Duell in Salzburg gezeigt, dass mit uns immer zu rechnen ist, als wir erst kurz vor Schluss den Ausgleich zum 2:2 hinnehmen mussten", sagte der Wiener.

Man wolle "ohne zu großen Respekt in die Partie gehen, auch wenn wir um die Qualität des Gegners wissen. Es wird eine schwierige Partie, aber wir werden kräftemäßig alles investieren, was nur geht", versprach Djuricin. Die Vorgaben an seine Schützlinge lauten "Bälle in den eigenen Reihen halten, Chancen herausspielen und diese nützen und Salzburg nicht ins Pressing kommen lassen".

Zudem setzt der Coach auf die neue Treffsicherheit seines Offensivduos Joelinton und Giorgi Kvilitaia. "Das ist die Effizienz vor dem Tor, die wir uns erwarten. Ich hoffe, dass der Knoten aufgegangen ist, aber sie müssen, wie alle anderen Spieler auch, jetzt jede Woche nachsetzen und dranbleiben", forderte der 43-Jährige. Der Coach des Tabellenvierten kann mit Ausnahme der noch länger verletzten Stefan Schwab, Christopher Dibon und Ivan Močinić aus dem Vollen schöpfen. Louis Schaub steht nach überstandener Muskelblessur wieder im Mannschaftstraining. Ob der ÖFB-Teamspieler in Wals-Siezenheim im Kader aufscheinen wird, entscheidet sich erst kurzfristig.

Letsch vor Debüt bei der Austria


Während Rapid noch gute Chancen auf das internationale Geschäft in der kommenden Saison hat, ist Lokalrivale Austria gegen den WAC zum Siegen verdammt, will man als aktuell Siebenter nicht frühzeitig alle theoretischen Chancen auf den angepeilten Europacup-Platz verspielen. Das weiß auch Trainer Thomas Letsch, der dabei sein Debüt als Chefcoach der Violetten gibt. "Es geht darum, zu gewinnen, aber auch zu zeigen, dass wir gewillt sind, das Maximale herauszuholen", betonte der 49-Jährige. "Intensität" war auch am Tag vor der Partie ein von ihm oft gebrauchter Begriff. Die Austria unter Letsch soll mit Tempo auftreten, den Gegner schon im Spielaufbau stören. So werde auch Raphael Holzhauser unter ihm offensiver agieren, kündigte der ehemalige Salzburg-Interimscoach an. Völlig umkrempeln werde er die Mannschaft aber nicht. "Es geht darum, Dinge leicht zu verändern", sagte Letsch. In den wenigen Tagen unter seiner Führung arbeiteten die Austrianer daran, seine Vorgaben umzusetzen. Von "kleinen Impulsen" sprach der Nachfolger des nach dem 1:2 bei der Admira am vergangenen Wochenende beurlaubten Thorsten Fink. Für längere Einzelgespräche mit den Spielern war nur bedingt Zeit. "Man kann nicht alles einbringen. Aber die Spieler haben viel aufgenommen."