• vom 07.03.2018, 22:43 Uhr

Fußball

Update: 08.03.2018, 08:40 Uhr

Champions League

Die überraschende Rückkehr der alten Dame




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  • Juventus lässt sich von den Spurs gegen die Wand spielen, gewinnt dennoch 2:1 und steht im CL-Viertelfinale.

London. (rel) Seit 17 Pflichtspielen ungeschlagen - und davon die jüngsten vier Partien in Serie daheim gewonnen. Hinzu kam ein 2:2-Remis im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League vor 14 Tagen gegen den italienischen Serienmeister Juventus Turin - auswärts. Wer also in den vergangenen Wochen sein Geld auf Tottenham Hotspurs setzte, der hatte dafür einen guten Grund. Das war beim Rückspiel gegen die alte Dame am Mittwoch nicht anders, allerdings kam hier noch eine emotionale Komponente, die unglaubliche Aufholjagd in Turin, als die schon geschlagen geglaubten Engländer in Hälfte zwei noch einen 0:2-Rückstand aufholten, hinzu.

Dementsprechend hoffnungsfroh klangen folglich auch die Ansagen, lag doch für die Spurs der Aufstieg ins Viertelfinale der Königsklasse - der erst zweite in der Klubgeschichte - auf einmal mehr als nur in Reichweite. Zum bisher einzigen Mal gelang das dem Verein 2011, als man sich gegen Real Madrid ohne Chance präsentierte. Dass es nicht leicht werden würde, war den Londonern dann aber doch auch bewusst, schielte doch auch Juventus an dem Abend auf eine historische Neuheit: Noch nie hatten die Italiener bisher in der britischen Hauptstadt einen Europacupsieg gefeiert. Dieses Kunststück sollte ihnen an dem Abend sensationell gelingen.

Tatsächlich war die Partie, welche die insgesamt 86.000 Fans im brandneuen Wembley Stadion zu sehen bekamen, nicht nur hitzig, sondern auch ausgesprochen qualitätvoll. Und das zunächst vonseiten der Spurs, wobei sich hier Son Heung-min mit einem scharfen Schuss gegen den Kasten von Gianluigi Buffon bemerkbar machte (3. Minute), der aber den Ball problemlos ins Out boxen konnte. Wo das hinführen sollte, war klar: Die Engländer dachten gar nicht daran, sich auf ihre zwei Auswärtstore zu verlassen, wie beispielsweise ein weiterer Schuss von Harry Kane ins Außennetz (15.) oder ein Kopfball von Son (20.) zeigte. Gefährlich wurde es für Tottenham nur einmal, und zwar, als Jan Verthongen bei einem Angriff von Juve im eigenen Strafraum anstelle des Balls den Knöchel von Douglas Costa traf (17.). Dass Schiedsrichter Szymon Marciniak dieses schwere Foul übersah und keinen Elfmeter gab, war pures Glück.

Juventus wiederum gelang es erst nach 30 Minuten, das rasante Spiel der Gastgeber durch längere Ballhalte-Phasen zu bremsen, an der bisher wenig rosigen Statistik - bei 8:1 Torschüssen für Tottenham - änderte das freilich nichts. Es kam sogar noch dicker. Für das 1:0, das sich ja schon länger abgezeichnet hatte, zeichnete Son verantwortlich (39.). Zwar traf er den Querpass von Kieran Tripper, nur wenige Meter vor dem Tor Juves, nicht gut, machte aber im Endeffekt alles richtig: Weil Buffon mit einem Flachschuss rechnete, kam er an den Flatterball des Südkoreaners nicht mehr heran und das Leder zappelte plötzlich im Netz. Damit wurde für die Italiener ein Albtraum wahr: Um das Viertelfinale erreichen zu können, waren sie nun dazu verdammt, mindestens zwei Tore zu schießen. Keine leichte Aufgabe in diesem Hexenkessel. Juve-Trainer Massimiliano Allegri musste rasch reagieren.

Dort, wo er das hätte tun können, nämlich bei der Aufstellung, handelte er nicht. Stattdessen versuchte sich die alte Dame mit Körpereinsatz reinzukämpfen, allerdings nicht ohne über die Stränge zu schlagen. Foul um Foul sorgten für Unterbrechungen, sodass man sich fragte: Wird das noch etwas? Und dann passierte das Unerwartete: Wie aus dem Nichts stand es nach 67 Minuten auf einmal 2:1 für die Italiener, und zwar durch zwei eiskalte Treffer von Gonzalo Higuaín (64.) und Paulo Dybala (67.). Was für ein Doppelpack! Die Spurs erwischte das völlig am falschen Fuß. Für das Spiel bedeutete das noch einmal einen Schub an knuspriger Qualität. Zwar umzingelten die Engländer die Gäste in ihrem Strafraum und kamen in der letzten Spielminute sogar zu einer hundertprozentigen Chance zum Ausgleich, aber die Italiener retteten spektakulär auf der Linie. Der Traum vom Viertelfinale, dem Tottenham so nah war, war damit dahin. Wenn auch unverdient.

Manchester City schafft Aufstieg trotz Niederlage

Im zweiten Champions-League-Spiel des Abends im nicht weit von London entfernten Manchester, trafen die Citizens auf den FC Basel. Der Aufstieg des überlegenen Premier-League-Tabellenführers Manchester City war nach dem Kantersieg in Basel nur noch Formsache. Das Rückspiel begann mit dem 1:0 in der achten Minute durch Gabriel Jesus nach Vorarbeit von Leroy Sane und Stanglpass von Bernardo Silva erwartungsgemäß. Doch Mohamed Elyounoussi erzielte nicht einmal zehn Minuten später nach einer Nachlässigkeit der "Citizens" den Ausgleich (17.). Die Gastgeber boten auch in der Folge eine indiskutable Leistung und fingen sich so noch den entscheidenden Treffer von Michael Lang nach Elyounoussi-Assist ein (71.).





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Dokument erstellt am 2018-03-07 22:47:38
Letzte Änderung am 2018-03-08 08:40:17


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