Dortmund. Die Hälfte aller Startplätze für die vier größten Ligen - das klingt viel, ist es auch. Trotzdem bleibt es dabei: Die kommende Saison in Kraft tretende Qualifikationsreform wird den Zugang zur Champions League für Vertreter kleinerer Länder noch einmal erschweren. Statt wie bisher 22 sind künftig 26 von 32 Plätzen in der Königsklasse fix vergeben, allein 16 davon an je vier Teams aus Spanien, Deutschland, England und Italien. Da half und hilft kein Einspruch. Salzburgs Sportdirektor Christoph Freund, der die Entwicklung durchaus kritisch sieht, versuchte es am Donnerstag dennoch: "Das ist schon noch einmal um einiges schwieriger", erklärte er und warnte vor den langfristigen Auswirkungen. Etwa für den Marktwert der Spieler und die damit verbundenen Transfererlöse.

Aber ganz so trüb sieht der Manager das Ganze dann doch wieder nicht. Schließlich gibt es noch die Europa League - und auch die habe Vorteile. "Das ist ein super Bewerb für einen Klub wie Red Bull Salzburg. Dort ist es realistischer, zu reüssieren und auch gute Spiele zu haben", sagte Freund. Für die Entwicklung sei die Europa League in jedem Fall nachhaltig - vielleicht sogar nachhaltiger als eine Saison in der Champions League. Weswegen auch die Königsklasse, die Salzburg in der Red-Bull-Ära (seit 2005) stets verpasst hat, für den Manager kein Muss ist. "Wir werden es immer versuchen. Aber wir sind nicht zu Tode betrübt, wenn es nicht gelingt", sagte Freund mit Blick auf die jüngste Qualifikationsreform. "Vielleicht muss es schwerer werden, damit wir es schaffen."

Der Modus funktioniert nun so: Die Salzburger steigen, sofern sie Meister werden und der Champions-League-Sieger über die nationale Liga qualifiziert ist, im Sommer erst in der dritten Qualifikationsrunde ein. Sie würden sich gegenüber dem Vorjahr eine Runde ersparen. Dafür werden im folgenden Champions-League-Play-off über den Meisterweg nur noch vier anstatt wie bisher fünf Plätze vergeben. Ein Fixplatz in der Königsklasse für 2019 ist dennoch in Reichweite. Salzburg hatte es im Europa-League-Achtelfinale gegen Dortmund am Donnerstag (nach Redaktionsschluss) selbst in der Hand. Der elfte Platz in der Uefa-Jahreswertung würde reichen.