Altach. Rapid kann in der Fußball-Bundesliga weiterhin nicht in Altach gewinnen. Die Hütteldorfer mussten sich am Samstag in der 26. Runde trotz einiger hochkarätiger Chancen mit einem 0:0 begnügen und halten damit bei je drei Remis und Niederlagen aus den jüngsten sechs Auftritten in der Cashpoint-Arena. Zudem reichte es für die Wiener in den ersten sechs Liga-Partien dieses Jahres nur zu sechs Punkten.

Dabei wäre ein Sieg im Ländle für Rapid durchaus möglich gewesen. Schon in der siebenten Minuten musste sich Altach-Goalie Martin Kobras bei einem 30-Meter-Schuss seines Ex-Clubkollegen Galvao erstmals strecken.

Elf Minuten später rettete bei einem Freistoß von Thomas Murg die Kreuzlatte für den Keeper. Den abspringenden Ball brachte Giorgi Kvilitaia per Kopf aus sechs Metern nicht im leeren Tor unter, sondern legte unfreiwillig für Maximilian Hofmann auf, der das Spielgerät in die Maschen beförderte - allerdings aus Abseitsposition.

In der 20. Minute legte Kvilitaia für Joelinton auf, doch der Abschluss des Brasilianers fiel zu schlampig aus. Sekunden vor der Pause kam Kvilitaia zu seiner nächsten Top-Chance. Nach einem weiten Freistoß-Abschlag von Thanos Petsos und einer Schulter-Vorlage von Philipp Schobesberger kam der Georgier aus wenigen Metern frei zum Schuss, traf aber nur Kobras.

Von den Altachern war in der Offensive wenig zu sehen, weshalb Richard Strebinger nur zweimal wirklich eingreifen musste. In der 20. Minute parierte der Rapid-Schlussmann einen Volley von Christian Gebauer, in der 39. Minute war er bei einem Freistoß von Andreas Lienhart zur Stelle.

Auch nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Gastgeber weitgehend ungefährlich, allerdings traten auch die Wiener in der Offensive kaum noch in Erscheinung. Die logische Konsequenz war, dass die 5.191 Zuschauer in der zweiten Hälfte keine einzige zwingende Torchance zu sehen bekamen.

So war die Verbannung des Rapid-Co-Trainers und ehemaligen Altach-Assistenzcoaches Martin Bernhard auf die Tribüne in der 85. Minute der einzige Höhepunkt im Finish - bis der eingewechselte Veton Berisha den Ball in der 85. Minute aus kurzer Distanz nicht ins Tor, sondern in die Hände von Kobras bugsierte.

Austria siegt unter Letsch weiter

 Die Wiener Austria hat auch das zweite Spiel unter Neo-Trainer Thomas Letsch gewonnen. Die Favoritner setzten sich am Samstag im Ernst-Happel-Stadion gegen Schlusslicht St. Pölten klar 4:0 (2:0) durch und blieben wie zuletzt beim 2:0 gegen den WAC ohne Gegentor. Der Siebente der Fußball-Bundesliga konnte den Rückstand auf den Sechsten Mattersburg vorerst für einen Tag auf einen Zähler verringern.

Die Burgenländer sind erst am Sonntag zum Abschluss der 26. Runde gegen Leader Salzburg im Einsatz. Den vier fixen Europacuprängen kam die Austria etwas näher, der Rückstand auf den drittplatzierten Lokalrivalen Rapid sowie den Vierten Admira konnte auf sieben Zähler verkleinert werden.

Für die Tore in einer über weite Strecken einseitigen Partie sorgten Florian Klein (12., 85.), Christoph Monschein (37.) und Michael Madl (73.). Nach zuvor drei Niederlagen in Folge, die Trainer Thorsten Fink den Job gekostet hatten, war es nun der zweite Sieg nacheinander für die Wiener und zugleich ihr 800. in der Bundesliga-Geschichte.

Die ohne den gesperrten Tarkan Serbest angetretenen Hausherren hatten mit den Niederösterreichern vor der Pause leichtes Spiel. Die Gäste konnten im Spiel nach vorne keine Torgefahr erzeugen und waren in der Defensive extrem anfällig. Das 1:0 (12.) war sehr kurios und wurde durch einen Freistoß von Raphael Holzhauser eingeleitet. Kevin Friesenbichler nahm sich den Ball mit der Brust mit, haute an diesem in der Folge vorbei, brachte ihn aber im zweiten Anlauf im Rutschen doch noch zur Mitte, wo Klein auf der Linie stehend vollendete.

Drei Minuten später setzte Holzhauser einen Direktcorner an die Oberkante der Latte. Bei einem Weitschuss des 25-Jährigen (21.) war Filip Dmitrovic mit einer Parade zur Stelle. Auch beim 2:0 (37.) hatte Holzhauser seine Füße im Spiel. Nach einem weiten Pentz-Abschlag konnte der von St. Pölten völlig vernachlässigte Spielgestalter auf der Seite Richtung Tor ziehen und seine Hereingabe bugsierte Monschein aus kurzer Distanz sehenswert mit der Ferse ins Tor. Felipe Pires (39.) ließ per Kopf leichtfertig die Chance auf das 3:0 aus.

Pires war es auch, der die erste Chance nach der Pause vorfand, scheiterte aber an Dmitrovic (53.). Die Wiener wirkten nicht mehr so souverän wie zuvor, ließen mit der Führung in der Tasche etwas nach. St. Pölten kam etwas auf und zweimal ganz nahe an den Anschlusstreffer heran. Eine Glanzparade von Patrick Pentz bei einem Malicsek-Abschluss (56.) verhinderte diesen. Der Austria-Goalie war gleich darauf auch bei einem Schütz-Schuss (56.) aus guter Position auf dem Posten.

Nach diesem Kurzzeithoch blieb der Letzte harmlos. Deutlich gefährlicher war die Austria. Monschein scheiterte an Dmitrovic, der Nachschuss von Dominik Prokop ging drüber (59.). Monschein vergab zudem aus sechs Metern stümperhaft (72.). Weitere Treffer fielen trotzdem noch. Wenig überraschend kam die Vorarbeit zum 3:0 wieder von Holzhauser. Seinen Freistoß verfehlte Friesenbichler zwar hauchdünn, dafür drückte der aufgerückte Madl am langen Eck stehend das runde Leder aus kürzester Distanz über die Linie (73.). In der Folge verhalf Letsch noch dem 18-jährigen Vesel Demaku zu seinem Ligadebüt. Der sah aus nächster Nähe einen Schuss von Klein (85.), der via Innenstange den Weg ins Tor fand.

St. Pölten liegt nach der 20. Niederlage, der siebenten in den jüngsten acht Spielen, weiter zehn Punkte hinter dem Vorletzten WAC, der gegen den LASK 0:3 verlor. In Wien gab es gegen die Austria die zweite Schlappe nach dem 1:5 im Herbst.

Sturm Graz beendete mit 4:2-Sieg Heimserie der Admira

Sturm Graz hat am Samstagabend mit einem 4:2-(2:2)-Sieg die Heimserie der Admira beendet. Matchwinner für die Gäste war Bright Edomwonyi, der in der Winterpause zu den Steirern zurückgekehrt war. Der 23-jährige Nigerianer erzielte zwei Treffer (17., 54.), Marvin Potzmann (45.) und Deni Alar (95.) die weiteren für die Grazer, die zweimal in Rückstand geraten waren.

Sasa Kalajdzic (11.) und Patrick Schmidt (27.) hatten die Admira in Führung gebracht. Trotzdem mussten die Niederösterreicher am Ende die erste Heimniederlage seit dem 1:3 am 27. August 2017 gegen die Wiener Austria zur Kenntnis nehmen. Vor dem Duell der zweitbesten Heimmannschaft mit dem zweitbesten Auswärtsteam hatte die Admira in der BSFZ-Arena sogar fünf Siege in Serie gefeiert. Zuletzt wurden im Februar sowohl Rapid als auch die Austria mit 1:2-Niederlagen nach Hause geschickt.

Für Trainer Ernst Baumeister, der die Admira seit September wieder betreut, war es nach zuvor sieben Siegen und zwei Remis überhaupt die erste Heimniederlage in dieser Saison, die den Rückfall auf Platz vier hinter die punktegleichen Rapidler bedeutete. Nur noch einen Zähler dahinter lauert der LASK auf Platz fünf. Sturm liegt nun elf Punkte vor den Hütteldorfern und Südstädtern, auf Tabellenführer und Titelverteidiger Salzburg, der erst am Sonntag (16.30) in Mattersburg gastiert, fehlen vorerst sieben Zähler.

Die stark ersatzgeschwächte Admira, die u.a. ohne den gesperrten Kapitän Thomas Ebner sowie den erkrankten Stephan Zwierschitz auskommen musste, verwertete gleich ihre erste Chance: Nach Flanke von Marco Hausjell war Zwei-Meter-Riese Kalajdzic mit dem Kopf zur Stelle (11.). Damit kassierte Sturm zum bereits zehnten Mal in dieser Saison einen Treffer in der Anfangsviertelstunde. Doch diese Führung währte nur kurz, denn nach einem Lochpass von Thorsten Röcher traf Edomwonyi zum Ausgleich.

In dieser unterhaltsamen Tonart ging es weiter. Nach einer unglücklichen Passverlängerung von Jeggo per Kopf setzte Schmidt seine Serie fort und traf im dritten Spiel en suite. Wenig später hätte er den Doppelpack schnüren müssen, schoss aber nach einem Corner von Lukas Grozurek aus kurzer Distanz genau in die Arme von Tormann Jörg Siebenhandl (30.).

Danach war wieder Sturm am Drücker. Die Grazer ließen allerdings zunächst einen Foulelfer - Stefan Hierländer war im Strafraum von Jonathan Scherzer gelegt worden (37.) - aus, da Peter Zulj an Andreas Leitner scheiterte (38.). Dank Potzmann, der aus knapp 20 Metern abzog, schafften die Steirer noch knapp vor dem Wechsel den verdienten Ausgleich. Edomwonyi sorgte dann acht Minuten nach der Pause und nach Vorarbeit von Röcher mit einem tollen Tor für die erstmalige Sturm-Führung.

Diese spielte die Elf von Trainer Heiko Vogel problemlos nach Hause, da die Admira in der Folge keine einzige Ausgleichschance vorfand. Sturm hatte noch mehrere hochkarätige Möglichkeiten. So fiel etwa ein Zulj-Abschluss nach einem Konter zu schwach aus (59.). Außerdem zischte noch ein Kopfball von Emeka Eze, der unmittelbar zuvor für Edomwonyi eingewechselt worden war, knapp am Tor vorbei (82.). Nach einem bösen, aber nicht geahndeten Foul von Fabio Strauss musste Eze wenig später ausgetauscht werden. Den letzten Konter schloss Alar unmittelbar vor dem Abpfiff zum Endstand ab.