Klagenfurt. Österreichs erster Test- und Länderspielgegner des Jahres kommt am Freitag (20.45 Uhr/ORFeins) nach Klagenfurt - und das mit einer Reihe von Klassespielern. Darunter befinden sich auch einige bekannte Namen, so gibt beispielsweise der Ex-Salzburger Kevin Kampl unter Neo-Teamchef Tomaž Kavčič sein Comeback für Slowenien. Großer Star der Slowenen ist aber ein anderer - Torhüter Jan Oblak. Der 25-Jährige könnte noch in diesem Jahr zum teuersten Keeper der Fußball-Geschichte avancieren.

Zwar steht Oblak bis 2021 bei Atlético Madrid unter Vertrag, allerdings sollen mehrere Top-Vereine gewillt sein, im Sommer die festgeschriebene Ablöse von 100 Millionen Euro zu bezahlen - darunter laut Medienberichten Chelsea, Arsenal, Liverpool und vor allem Paris Saint-Germain. Oblak hat erst in der vergangenen WM-Qualifikation Inter-Mailand-Keeper Samir Handanovič als Sloweniens Nummer eins abgelöst. Unter Kavčič war er einst auch in der U21 tätig.

Wie sich Oblak und sein Team gegen Österreich aufstellen werden, liegt wiederum am Trainer, der in Klagenfurt sein Debüt feiern wird. Der frühere Assistent war im Herbst seinem früheren Chef Srečko Katanec nachgefolgt, der nach Platz vier in der WM-Qualifikation hinter England, der Slowakei und Schottland zurückgetreten war. Kavčič war davor auch einige Jahre in China tätig. "Das Ergebnis ist immer wichtig", betonte der 64-Jährige vor seiner Premiere. "Das ist auch in Spielen auf dem Schulhof so."

Diskussion um Kevin Kampl


Kavčič will den Slowenen, der aktuellen Nummer 62 der Fifa-Weltrangliste, einen wiedererkennbaren Spielstil verordnen und eine Siegermentalität einimpfen. "Ich erwarte ein gutes Spiel gegen Österreich", sagte der Neo-Teamchef zum Auftakt der Vorbereitungen in Brdo bei Kranj, keine Autostunde vom Spielort Klagenfurt entfernt. "Das ist ein Qualitätsgegner, aber wir haben auch unsere Qualitäten."

Wie in Österreich um David Alaba hatte es in Slowenien zuletzt Diskussionen um die beste Spielposition von Kampl gegeben. Der Leipzig-Legionär war sich darüber auch mit Katanec nicht einig. Jetzt kehrt der 27-Jährige unter dessen Nachfolger nach einem Jahr Abwesenheit ins slowenische Team zurück. Kavčič selbst sieht ihn im zentralen Mittelfeld: "Er ist ein Box-to-Box-Spieler, wie man im Ausland sagt." Neben Kampl verfügen die Slowenen aber auch im Sturm über einen schlagkräftigen Ex-Österreich-Legionär: den für St. Etienne tätigen Robert Berić. Star in der Offensive ist aber Josip Iličič. Der 30-jährige Mittelfeldspieler von Atalanta Bergamo befindet sich laut einigen slowenischen Medien in der "Form seines Lebens". Erst am Wochenende erzielte er beim 5:0-Sieg von Atalanta Bergamo bei Hellas Verona drei Tore.

Bei einer Endrunde war Slowenien zuletzt bei der WM 2010 in Südafrika vertreten. Großes Ziel ist die EM-Teilnahme 2020. Gelingen soll das mit einer Legionärsauswahl. Für den Test gegen Österreich und vier Tage später in Ljubljana gegen Weißrussland hat Kavčič nur einen Spieler aus der heimischen Liga nominiert - Verteidiger Martin Milec von Meister und Champions-League-Teilnehmer NK Maribor. "Das heißt aber nicht, dass unsere Liga schlecht ist", betonte der Teamchef. Mit Ausnahme des in Deutschland geborenen Kampl seien alle slowenischen Nationalspieler dort ausgebildet worden.

In der neuen Nations League jedenfalls ist der südliche Nachbar eine Klasse unter den Österreichern eingestuft. Gegner in Liga C sind im Herbst Norwegen, Bulgarien und Zypern. Bis dahin muss sich Kavčič auch auf einen neuen Kapitän festgelegt haben. Gegen Weißrussland wird der 35-jährige Rekordnationalspieler Boštjan Cesar (100 Länderspiele), der die Rolle bisher innehatte, feierlich verabschiedet.

Weniger zum Feiern hat dagegen ein anderer Ex-Nationalspieler, indem er zuletzt für einen handfesten Skandal sorgte. Zlatko Zahovič. Der Rekordtorschütze (35 Länderspieltreffer) wurde bei Maribor, dem Klub des früheren Sturm-Trainers Darko Milanič, am Wochenende als Sportdirektor suspendiert. Der Ex-Profi, der seine Karriere 2005 beendet hatte, hatte einen Journalisten völlig unangebracht beleidigt, indem er in einer Pressekonferenz dessen kürzlich verstorbenen Vater ins Spiel brachte.