Klagenfurt. (rel) Auf welcher Position würde David Alaba jetzt spielen? Seit der Bayern-Star in Österreichs Nationalmannschaft kickt, war das oft die große Frage gewesen. Mit umso größerer Spannung war daher auch am Freitag in Klagenfurt die Antwort von Neo-Trainer Franco Foda erwartet worden, und die fiel salomonisch aus. Alaba sollte sowohl im Mittelfeld als auch in der Abwehr Akzente setzen. Also bei Ballbesitz vorne für Tore sorgen, bei Ballverlust hinten ausputzen. Darüber hinaus überraschte Foda mit den Mittelfeldspielern Stefan Ilsanker und Alessandro Schöpf in der Startformation. Auch Stefan Lainer spielte von Beginn an. Im Sturm erhielt Guido Burgstaller den Vorzug gegenüber Michael Gregoritsch.

Den Vorteil, so aus dem Vollen schöpfen zu können wie sein österreichischer Kollege, den hatte Sloweniens Coach Srečko Katanec am Freitag nicht. Ausgerechnet Aushängeschild und Atlético Star- Goalie Jan Oblak musste für diesen Abend im Kärntner Wörthersee-Stadion passen, statt ihm kam Ersatztormann Vid Belec. Immerhin standen zwei altbekannte aus der Bundesliga in Sloweniens Formation: Robert Beric (Sturm) und Kevin Kampl (Mittelfeld). Die Bedingungen für die Foda-Elf waren dennoch nicht wirklich schlecht.

Das wurde bereits in den ersten Minuten sichtbar. Immer wieder versuchten die Gastgeber, die slowenischen Linien zu durchbrechen, jedoch wurden diese Versuche wie so mancher Konter schon im Keim erstickt. Ein kleines Foul hier, ein Einwurf oder Eckball da - nichts deutete darauf hin, dass der Ball hier bald im Netz zappeln würde. Bis zu Minute 15: Freistoß für Österreich, rund 20 Meter vor dem Kasten von Belec. Alaba ließ sich diese Chance nicht entgehen, drehte das Leder über die Mauer und platzierte es direkt neben der Stange. So leicht kann es auch gehen. Und fast hätten Valentino Lazaro (25.), Schöpf (27.) sowie Martin Hinteregger (29.) den Score erhöht, wäre nicht Belec im letzten Moment im Weg gestanden. Diese Aufgabe übernahm Marko Arnautovic, als er einen tollen Flachpass von Lainer im Strafraum zentral annahm, Nejc Skubic aussteigen ließ und den Ball in die linke Ecke einschob (36.). Ein verdientes 2:0. Die Österreicher dominierten, viel Ballbesitz und schöne Kombinationen. Man konnte sehen: Foda hat aus dem Team etwas gemacht.

In dieser Art ging es auch nach Pausenpfiff weiter. Da ließen sich die Gastgeber auch nicht von den Wechseln Katanecs irritieren. Arnautovic schon gar nicht, der nur Minuten später erneut sein Talent unter Beweis stellte. Julian Baumgartlinger sah den West-Ham-Legionär durch die Reihen der slowenischen Defensive in den Strafraum sprinten und lupfte den Ball gefühlvoll auf den Kopf des Teamkollegen, der diesen brav einnickte (51.). Was für ein Treffer! Langsam machte sich bei den Slowenen, die bisher außer durch einen Stangenschuss (43.) kaum gefährlich geworden waren, Frustration breit. Die erste gelbe Karte wurde verteilt - an Josip Iličić, nachdem er Hinteregger einen Tritt versetzt hatte (65.). Zeit also für Foda, das Tempo herauszunehmen und etwas zu routieren. Am Resultat änderten die Wechsel nichts mehr. Als Krönung durfte immerhin ein Mann, Xaver Schlager, sein Debüt für das ÖFB-Team feiern. Slowenien hat sich an diesem Abend eindeutig nicht von der besten Seite gezeigt. Von Österreich konnte man das fürwahr behaupten.