• vom 13.04.2018, 09:00 Uhr

Fußball

Update: 13.04.2018, 12:42 Uhr

Fußball-WM

Countdown in Russland




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Von WZ-Korrespondentin Simone Brunner

  • In zwei Monaten wird die Fußball-WM in Russland angepfiffen. Während viele Russen betonen, dass sie sich das Sportereignis nicht von internationalen Spannungen verderben lassen wollen, wirft die Skripal-Affäre lange Schatten.

Moskau. Wayne Rooney jongliert den Ball auf seiner Fußspitze. Dann kommt Ronaldo. Später Diego Maradona und auch Miroslav Klose. Am Ende kickt sogar Wladimir Putin das runde Leder, in Anzug und Krawatte, die goldene Stuckatur der Kremlräume im Hintergrund. Der britische Torschützenkönig Rooney und der russische Präsident in einem Werbevideo für die Fußball-WM: Das sind Bilder aus besseren Zeiten. Seit der Vergiftung des ehemaligen russischen Spions Sergej Skripal und seiner Tochter Julia vor sechs Wochen liegen die Beziehungen zwischen London und Moskau auf Eis. Das wirft auch seine Schatten auf die Fußball-WM, die vom 14. Juni bis zum 15. Juli in Russland stattfindet: So werden weder britische Minister noch die Königsfamilie als Gäste zum Turnier kommen. Inzwischen haben sich der polnische Präsident und die isländische Regierung dem diplomatischen Boykott angeschlossen. Britische und australische Behörden haben ihren Fußballfans zuletzt sogar von einem Russland-Besuch abgeraten.

Warnungen, die in Russland selbst freilich auf Unverständnis stoßen. "Die Stadt und der Staat haben viele Mittel in die Vorbereitung gesteckt", sagt der junge Sportjournalist Petr Kabanow, der in Jekaterinburg, einem der elf Austragungsorte, wohnt. "Wir leben in einer sicheren Stadt, und wir sind bereit, das auch zu zeigen." Dass Fans in London oder Canberra dem Aufruf ihrer Behörden Folge leisten, glaubt er nicht: "Wenn wir uns ansehen, wie viele Tickets schon international verkauft wurden, dann sehen wir, dass auch die Fans keine Angst davor haben, nach Russland zu kommen", so Kabanow weiter.


Derweil laufen die Vorbereitungen in Russland auf Hochtouren. Die Austragungsstätten werden herausgeputzt, auf dem Platz vor der Moskauer Kremlmauer wird der Countdown bis zum Anpfiff heruntergezählt. Schon seit Monaten wird im Zentrum der russischen Hauptstadt gehämmert, gepflastert, gebaut. "Russland will den anderen Staaten mit diesem Großereignis beweisen, dass es ein verlässlicher Partner ist, das negative Image des Landes aufpolieren und seine Position als starker Spieler in der internationalen Arena stärken", so die finnische Sozialforscherin und Russland-Expertin Pia Koivunen bei einer Podiumsdiskussion.

Schwarze Liste mit 400 Fans
Bei der Infrastruktur musste Russland derweil zuletzt etwas zurückschrauben. Ursprünglich auf rund 20 Milliarden US-Dollar angesetzt, wurde das Budget infolge der Wirtschaftskrise auf die Hälfte zusammengekürzt. Während die Stadien so gut wie fertig sind, hinkt der Ausbau der beiden Moskauer Flughäfen Scheremetjewo und Domodedowo dem Bauplan noch hinterher. Zwei zusätzliche Landebahnen, die mit insgesamt 68,5 Milliarden Rubel (rund 870 Millionen Euro) veranschlagt wurden, werden nicht bis zum Anpfiff fertig werden, schreibt die Tageszeitung "Wedomosti".

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Dokument erstellt am 2018-04-12 16:33:14
Letzte Änderung am 2018-04-13 12:42:20


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