Mattersburg/Graz. (may) Bereits Anfang Mai steht heuer der erste Titelträger im heimischen Fußball fest: Das Finale im Uniqa-ÖFB-Cup findet nämlich am 1. oder 9.Mai statt, wobei der Ersatztermin bei einem Aufstieg Salzburgs aufgrund der Europa-League-Auftritte eingerichtet wurde. Jedenfalls ist für den Sieger im Klagenfurter Wörthersee-Stadion die Saison schon lange vor der letzten Liga-Runde am 27.Mai gleichsam gerettet. Doch anders als zuletzt fast durchgängig üblich, machen sich heuer vier Oberhausklubs den Pokalsieg untereinander aus, was das Unternehmen Cup-Sieg nicht gerade einfacher macht. Während es am Mittwoch in Mattersburg (gegen Salzburg) beim Duell David gegen Goliath klassisches Cup-Ambiente in der Provinz gibt, steigt in Graz zwischen Sturm und Rapid ein echtes Spitzduell um den Finaleinzug.

Schauplatz Mattersburg: Die Favoritenrolle ist im ersten Halbfinale (18 Uhr/Puls 4) zweifelsohne an die Salzburger vergeben: Die Red-Bull-Truppe verteidigt eine Siegesserie von nicht weniger als 28 Cup-Partien in Folge - die jüngsten vier Titel gingen allesamt an die Salzburger. "Es ist ein Spiel David gegen Goliath", gibt SVM-Trainer Gerald Baumgartner unumwunden zu. Doch wie man weiß, hat der Cup halt doch eigene Gesetze - darauf bauen die Burgenländer. "Im Cup kann man auch einen scheinbar übermächtigen Gegner ausschalten", betonte Baumgartner.

Seine Person verleiht der Partie nämlich besondere Brisanz, war er es doch, der am 7. Mai 2013 mit einem 2:1-Sieg in der Bullen-Arena den Salzburgern die bis dato letzte Pokal-Niederlage zugefügt hatte. Mit dem Regionalligisten und späteren Sensations-Titelträger Pasching.

Und auch ein Jahr später schaffte es der Cup-Spezialist Baumgartner mit dem damaligen Zweitligisten St. Pölten in das Endspiel - in dem die Niederösterreicher Salzburg klar mit 2:4 unterlagen. Es war übrigens die bis dato einzige Niederlage in Baumgartners Trainer-Biografie bei insgesamt 22 Cup-Auftritten. "Meine Statistik ist nicht so schlecht", betonte der ehemalige Coach der Red-Bull-Juniors.

Bei den Salzburger Europacup-Helden indes ist der Hunger auf heimische Titelgewinne längst noch nicht gestillt: "Wenn man im Halbfinale steht, ist die Lust auf das Finale selbstverständlich groß", bekannte Trainer Marco Rose. Vor dem 53. Pflichtspiel der laufenden Saison setzte Salzburg auf eine eher ungewöhnliche Anreise, die am Dienstagabend per Flugzeug nach Wien und von dort am Matchtag per Bus ins Burgenland führte. Für die anstehenden englischen Wochen mit den Auftritten im Europa-League-Halbfinale gegen Olympique Marseille (26. April/3. Mai) soll nichts unversucht gelassen werden. In Mattersburg stellte Rose sein Team auf einen robusten und umschaltstarken Gegner ein. "Deswegen heißt es für uns, dass wir wieder alle Kräfte bündeln müssen, um auch dieses Ziel zu erreichen", meinte der Deutsche.