• vom 14.05.2018, 10:55 Uhr

Fußball

Update: 14.05.2018, 15:18 Uhr

Fußball

Studenten vs. Fanmeile




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Von WZ-Korrespondentin Simone Brunner

  • In einem Monat beginnt die Fußball-WM in Russland. Während sich die russische Hauptstadt für das Turnier rüstet, protestieren Moskauer Studenten gegen die geplante Fanmeile vor ihrer Uni.

Walerija und Georgij gehören zu jenen Moskauer Studenten, die sich gegen die Fanzone vor der berühmten Lomonossow-Universität wehren.

Walerija und Georgij gehören zu jenen Moskauer Studenten, die sich gegen die Fanzone vor der berühmten Lomonossow-Universität wehren.



Von dort aus hat man auch einen prächtigen Ausblick auf das Luschniki-Stadion.

Von dort aus hat man auch einen prächtigen Ausblick auf das Luschniki-Stadion.© Simone Brunner Von dort aus hat man auch einen prächtigen Ausblick auf das Luschniki-Stadion.© Simone Brunner

Moskau. 33 Tage sind es noch bis zum Anpfiff der Fußball-WM in Russland. Doch während viele Moskauer Fußballfans bereits dem Turnier entgegenfiebern und schon ihr Bier kalt stellen, gehören Walerija und Georgij nicht dazu. Sie zählen zwar auch die Tage, stellen sich aber auf Lärm, Stress und schlaflose Nächte ein.

Die beiden Physik-Studenten schlendern über den Campus der Moskauer Lomonossow-Universität (MGU). Es ist ein prächtiger, sonniger Frühlingstag, der Himmel ist wie ein blaues Tuch gespannt, die Vögel zwitschern, und die Baumkronen wiegen sich im Wind. Die Universität gilt nicht nur als die beste, sondern auch als eine der schönsten Russlands. Auf den Sperlingsbergen im Südwesten des Stadtzentrums gelegen und von endlosen Parkanlagen gesäumt, gibt sie den Blick frei auf die Skyline der russischen Metropole. Von den Wolkenkratzern der Moskau City über den Moskwa-Fluss, der sich durch die "grüne Lunge" der Stadt schlängelt - bis hin zu den goldenen Zwiebeltürmen des Kreml in der Ferne. Heute drängen sich die Touristen an der Aussichtsmauer, um Selfies zu schießen.

Eine fantastische Aussicht, die auch bei den Organisatoren der Fußball-WM Begehrlichkeiten geweckt hat. Umso mehr, als das Luschniki Stadion, in dem das Turnier am 14. Juni angepfiffen wird, wie ein gläserner, gestrandeter Tanker am Fuße der Anhöhe liegt und von hier nur noch zwei Metrostationen entfernt ist. So soll der Platz vor der Universität während der WM zur offiziellen Fifa-Fanzone werden. Mit Ständen und Buden, einer großen Leinwand und Platz für bis zu 45.000 Fußballfans. Nicht gerade zur Freude der 40.000 Studenten, die an der Universität studieren, und der 6000 Anrainer, die im Wohnheim des Hauptgebäudes leben. Prompt im Juni sollen die Studenten auch noch ihre Abschlussprüfungen ablegen. "Unter dem Gegröhle der Fans", wie Walerija sagt.

So versuchen die MGU-Studenten seit einem Jahr, die Fanmeile an einen anderen Ort zu verlegen. Sie haben 15.000 elektronische Unterschriften gesammelt und sich im Internet unter dem Hashtag #nofanfestmsu organisiert. Zwar hatte ihnen zuletzt bei einem Treffen der Vize-Premier Arkadij Dworkowitsch, selbst ein MGU-Alumnus, zugesichert, nach alternativen Orten für die Fanzone zu suchen. Nur, um die Fanzone am Ende erst recht auf dem MGU-Gelände anzukündigen. "Um die Beeinträchtigungen durch die Veranstaltung auf die Studenten und die Infrastruktur der Universität so gering wie möglich zu halten, wurde beschlossen, die Bühne vom Hauptgebäude um einige Meter versetzt aufzubauen und die Kapazität auf 25.000 Fans zu beschränken", so die Fifa in einer Stellungnahme.




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Dokument erstellt am 2018-05-14 11:00:50
Letzte Änderung am 2018-05-14 15:18:17



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