• vom 14.05.2018, 19:58 Uhr

Fußball

Update: 15.05.2018, 09:29 Uhr

Deutsche Bundesliga

Im Windschatten des Peter Stöger




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Von Christoph Rella

  • Die deutsche Bundesliga-Saison ist Geschichte. Österreichs Legionäre hielten sich wacker - auch Ralph Hasenhüttl.

Peter Stöger will sich keinen Blitzwechsel mehr antun - und geht zurück nach Wien.

Peter Stöger will sich keinen Blitzwechsel mehr antun - und geht zurück nach Wien.© apa/dpa/Bernd Thissen Peter Stöger will sich keinen Blitzwechsel mehr antun - und geht zurück nach Wien.© apa/dpa/Bernd Thissen

Düsseldorf/Leipzig. Das war’s also. Kaum war die Partie am Sonntag zwischen Hoffenheim und Borussia Dortmund (3:1) abgepfiffen, verschwand BVB-Coach Peter Stöger auch schon in den Katakomben des Rhein-Neckar-Stadions - offiziell, um sich vor den Bierduschen, mit denen die Hoffenheim- Kicker - unter ihnen die Österreich-Legionäre Florian Grillitsch, Stefan Posch und Robert Zulj - den dritten Platz in der Bundesliga und Trainer Julian Nagelsmann bejubelten, in Sicherheit zu bringen.

Aber auch so war dem Wiener nicht zum Feiern zumute: Als Tabellenvierter hat Stöger die Mission Champions League zwar gerade noch so erfüllt, ein glanzvoller Abgang sieht aber anders aus. "Das war mein letztes Pflichtspiel für den BVB, das haben wir schon vor einiger Zeit gemeinschaftlich beschlossen", meinte der Trainer. "Ich bin froh, dass wir es ins Ziel geschafft haben." Wie es mit Stöger weitergeht, ist noch nicht geklärt. Der 52-Jährige wird die Borussia jedenfalls noch zu einem Turnier in Herne im Ruhrgebiet samt anschließendem Kurz-Trip nach Los Angeles begleiten. Einen erneuten Trainer-Blitzwechsel tut er sich nicht mehr an. "Ich werde heimgehen, nach Wien, die Zeit genießen und schauen, was kommt", erklärte Stöger.

Im Amt bleiben darf hingegen Stögers Trainer-Kollege Ralph Hasenhüttl. Nach einer Saison mit Höhen auf europäischem Parkett, aber auch sportlichen Tiefen und Misstönen in der sportlichen Führung hatte es für das junge Leipziger Team immerhin zur Qualifikation für die Europa League gereicht - auch wenn man hier das Viertelfinalspiel gegen den späteren Salzburg-Gegner und nun Europa-League-Finalisten Olympique Marseille verlor. Hasenhüttls Posten wackelte zuletzt, auch wegen des drohenden Absturzes auf den siebenten oder achten Tabellenplatz in der Bundesliga, gehörig. Allerdings gab nun Sportdirektor Ralf Rangnick Entwarnung: Er werde "selbstverständlich" am bisherigen Coach festhalten, die Gespräche über eine Verlängerung würden noch zu Wochenbeginn aufgenommen, hieß es. Eine Rolle dürfte aber die Haltung der Spieler, die sich für einen Verbleib Hasenhüttls ausgesprochen hatten, gespielt haben. Und wie es aussieht, werden dem RB Leipzig auch Marcel Sabitzer - er fehlte im letzten Spiel gegen Hertha BSC am Sonntag verletzt -, Stefan Ilsanker und Konrad Laimer erhalten bleiben.

Junuzovic geht nach Salzburg, Gmeiner steigt mit HSV ab

Deutschland hingegen fix verlassen wird Bremen-Legionär Zlatko Junuzovic. Er wechselt nach Auslaufen seines Vertrages ablösefrei zu Red Bull Salzburg und erhält dort einen Kontrakt bis 30. Juni 2021. Das gab der Meisterklub am Sonntag bekannt. Der 30-jährige Ex-ÖFB-Teamspieler kehrt nach sechseinhalb Jahren wieder nach Österreich zurück. Anfang 2012 war der Spielmacher von Austria Wien nach Norddeutschland gewechselt. Für Werder brachte er es in 198 Pflichtspieleinsätzen auf 22 Tore und 54 Assists. Ein Angebot zur neuerlichen Vertragsverlängerung hatte Junuzovic zuvor ausgeschlagen. In Bremen bleiben wird hingegen Florian Kainz - er traf am Wochenende in Mainz für Werder zum 1:1 und bereitete das 2:1-Siegestor der Hanseaten vor. Er wurde in der 85. Minute für Junuzovic ausgewechselt, der so seinen letzten Einsatz absolvierte.

Während also die in der Tabelle auf dem elften Rang gelandeten Bremer zufrieden Bilanz ziehen dürfen, muss die Konkurrenz aus der Schwester-Hansestadt Hamburg erstmals in seiner Geschichte den Gang in die zweite Liga antreten. Die Norddeutschen gewannen zwar am Samstag daheim gegen Mönchengladbach 2:1, wurden aber Vorletzter, weil VfL Wolfsburg, der nun in der Relegation auf Holstein Kiel trifft, gegen Köln ein 4:1 gelang.

Vom Abstieg betroffen ist mit Fabian Gmeiner auch ein Österreicher, sein ehemaliger Teamkollege Michael Gregoritsch war ja bereits im Vorjahr vom HSV zum FC Augsburg gewechselt. Bei der Abschlusspartie gegen Freiburg fehlte Gregoritsch wegen einer Adduktorenblessur, dafür spielten Martin Hinteregger und Kevin Danso durch. Die 0:2-Niederlage konnte das Duo dennoch nicht verhindern, dafür war der Jubel bei Freiburg, das der Relegation hauchdünn entging, umso größer - insbesondere bei Philipp Lienhart, der 2017 leihweise von Real Madrid nach Württemberg kam und sich auf eine neuerliche Saison in der höchsten deutschen Spielklasse einstellen darf. Ähnliches gilt übrigens auch für Mainz-Legionär Karim Onisiwo: Auch sein Klub, der mit Freiburg in der Bundesliga-Tabelle mit 36 Punkten gleichauf liegt, entging nur knapp dem Abstieg. Sein Vertrag läuft 2019 aus.

Fix den Aufstieg in die erste Bundesliga schafften Fortuna Düsseldorf als Meister und der 1. FC Nürnberg als Zweiter der zweiten Liga. Im direkten Duell in Nürnberg hatte der Österreicher Georg Margreitter die Heimmannschaft in Führung gebracht, letzten Endes ging man als 2:3-Verlierer und Meisterschaftszweiter vom Platz. Der Aufstieg war aber bereits fixiert gewesen.





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Dokument erstellt am 2018-05-14 16:54:54
Letzte Änderung am 2018-05-15 09:29:42



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