• vom 15.05.2018, 16:46 Uhr

Fußball


Europa League

Verbannt in Lyon




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  • Für Marseille ist das Europa-League-Finale ein Heimspiel. Atlético muss ohne Coach auskommen.

Weil er im Halbfinalspiel gegen Arsenal ausfällig geworden war, wurde Atlético- Coach Diego Simeone auf die Tribüne verbannt - auch für das Finalspiel.

Weil er im Halbfinalspiel gegen Arsenal ausfällig geworden war, wurde Atlético- Coach Diego Simeone auf die Tribüne verbannt - auch für das Finalspiel.

Lyon. (rel) Das wird ein Spektakel werden. Nicht nur werden Atlético Madrid und Olympique Marseille, die beiden Finalisten dieser Europa-League-Saison, beim Endspiel am Mittwochabend in Lyon (20.45 Uhr/Puls 4) auf dem Rasen alles geben, sondern auch die bis zu 60.000 Anhänger auf den Rängen des erst 2016 neu errichteten Stade de Lyon - die allerdings aufgrund der unmittelbaren Nähe zu Marseille mehrheitlich den Franzosen zujubeln werden. Mitten in den Massen Platz nehmen muss aber auch ein nicht unbekannter Argentinier: Atlético-Coach Diego Simeone. Er muss die Partie nach seinem jüngsten Ausraster im Semifinale gegen Arsenal von der Tribüne aus verfolgen, seinen Einspruch gegen die Sperre wies die Uefa kürzlich klar ab.

Für die Spanier wird sich aber nicht viel ändern. Schließlich hat Simeones Stellvertreter an der Seitenlinie, German Burgos, nicht nur das Format eines Türstehers, sondern musste auch selbst schon einmal vor einem tätlichen Angriff auf einen Schiedsrichter bewahrt werden. Die Sperre von Simeone ist nämlich das Hauptthema, das die Spanier, die am Mittwoch nach dem dritten Titel seit 2010 greifen, beschäftigt, wurden doch die Finalvorbereitungen von den anhaltenden Wechselgerüchten rund um Antoine Griezmann überlagert. Dass der französische Star, dessen Heimatort Mâcon nur 45 Minuten vom Finalort entfernt liegt, seit Wochen vom FC Barcelona umworben wird, "gefällt uns gar nicht", sagte Mittelfeldspieler Koke. Dagegen machen lässt sich freilich nichts - und so könnte das Finale in Lyon zur Abschiedsvorstellung von Griezmann werden. Für den 27-Jährigen wird es dennoch ein großer Tag, bietet er ihm doch die letzte Chance, einen europäischen Titel mit den Rojiblancos zu gewinnen.


Favorit sind die Spanier aber auch trotz ihrer Nebenschauplätze. Bereits zum fünften Mal seit 2010 stehen sie in einem europäischen Finale. Damals und 2012 haben sie das Endspiel auch gewonnen. Marseille, das im Halbfinale Salzburg ausgeschaltet hatte, geht dagegen als Neuling in ein Match um den Titel der 2009 eingeführten Europa League. Chancenlos ist der Klub aus der Mittelmeermetropole aber längst nicht. Für die Fans des Champions-League-Siegers von 1993 könnte es nichts Schöneres geben, als im Stadion des großen Rivalen Olympique Lyon nach 25 Jahren wieder einen Europacup-Erfolg zu feiern. Zehntausende in Blau und Weiß gekleidete Zuschauer werden ihre Mannschaft anfeuern, mehr als 1000 Polizisten sollen innerhalb und außerhalb der Arena für Sicherheit sorgen.

"Ruinieren wir die Party nicht"
Das wird auch nötig sein. Marseilles Adil Rami warnte die eigenen Anhänger bereits davor, es zu übertreiben. "Ich hoffe, dass alles im Rahmen bleibt und nichts zerstört wird", erklärte der 32-Jährige. Und: "Ich hoffe, wir sind alle intelligent genug, um diese Party nicht zu ruinieren." Denn für die Franzosen ist die Teilnahme an einem Europacup-Finale ein seltenes Ereignis. Letztmals war Marseille 2004 im Endspiel des Uefa-Cups gestanden und hatte damals verloren. Damit ist Frankreich in der langen Geschichte des Uefa-Cups beziehungsweise der Europa League noch immer ohne Titel. Das gilt es nun zu ändern.




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Dokument erstellt am 2018-05-15 16:51:53


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