• vom 17.05.2018, 07:00 Uhr

Fußball

Update: 17.05.2018, 14:27 Uhr

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Von Tamara Arthofer

  • Der nächste Abschied im Spitzenfußball deutet sich an - Gianluigi Buffon steht vor seinem Karriereende.

Das Ausscheiden im WM-Play-off war einer der bittersten Momente in der Karriere von Gianluigi Buffon.

Das Ausscheiden im WM-Play-off war einer der bittersten Momente in der Karriere von Gianluigi Buffon.© afp Das Ausscheiden im WM-Play-off war einer der bittersten Momente in der Karriere von Gianluigi Buffon.© afp

Turin. Gianluigi Buffon gestikuliert, hüpft wie ein Rumpelstilzchen, schreit - seine Mitspieler, die Gegner oder auch den Schiedsrichter an. Es sind Szenen wie diese, für die man den langjährigen Tormann der italienischen Nationalmannschaft und seines Klubs Juventus kennt. Szenen, die Fans womöglich bald missen werden müssen. Für Donnerstagvormittag haben Buffon und sein Verein zu einer Pressekonferenz geladen; erwartet wird, dass er seinen Abschied aus Turin und möglicherweise gleich sein Karriereende verkünden wird. Abschiede sollen ja generell gerade groß in Mode sein im internationalen Spitzenfußball: Trainer Arsène Wenger verlässt Arsenal, Andrés Iniesta den FC Barcelona.

Wie die beiden bei ihren jeweiligen Klubs, so hat auch Buffon bei Juventus längst Kultstatus. Seit 2001, als er vom AC Parma, mit dem er 1999 den Uefa-Cup errungen hatte, nach Turin gekommen war - um die heute wie damals für einen Torhüter unfassbare Summe von 54 Millionen Euro - hat er nie für einen anderen Verein gespielt; auch dann nicht, als Juventus nach der Saison 2006 im Zuge eines Manipulationsskandals zwangsrelegiert wurde und andere Spieler das Weite suchten. Es ist diese Treue zum Klub, die ihm auch bei den Gegnern Respekt einbringt, zudem steht Buffon für Leidenschaft und Emotion in einem immer steriler scheinenden Geschäft. Neben seinen legendären Reflexen auf der Linie waren es auch diese Attribute, durch die er es immer wieder schaffte, die Zeit ein wenig zurückzudrehen: Bei der Europameisterschaft 2016 wurde Italien ebenso als Altherrentruppe verspottet wie Juventus in der abgelaufenen Saison - geworden ist es beim bisher letzten Großereignis immerhin das Viertelfinale (und ein denkbar knappes Ausscheiden im Elfmeterschießen gegen Deutschland) sowie das Double in der sich gerade zur Ende neigenden Saison in Italien.


Doch mittlerweile ist Buffon 40 Jahre alt, das Erreichen seiner letzten beiden großen Ziele blieb ihm verwehrt: Im Champions-League-Viertelfinale schied man gegen Real Madrid aus, ein umstrittener Elfmeter für die Spanier in der Nachspielzeit ließ Buffons Traum platzen - und bei ihm selbst die Dämme brechen. Buffon beflegelte den Schiedsrichter, flog in seinem wohl letzten internationalen Auftritt mit Rot vom Platz und schimpfte danach über den Referee, bei dem er "einen Mistkübel anstelle eines Herzens" vermutete. Champions-League-Sieger wurde Buffon somit nie - 2003 gegen Milan im Elfmeterschießen, 2015 gegen Barcelona sowie 2017 gegen Real setzte es Niederlagen.

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Dokument erstellt am 2018-05-16 18:06:50
Letzte Änderung am 2018-05-17 14:27:50


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