• vom 17.05.2018, 17:24 Uhr

Fußball


Europa League

Griezmann kam, sah, siegte - und könnte gehen




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  • Atlético Madrid jubelt über den Europa-League-Finalsieg gegen Marseille, muss aber um den Doppeltorschützen Antoine Griezmann bangen.

Lyon. Mit dem dritten Titel in der Europa League hat Atlético Madrid am Mittwoch seinen Status als eines der konstantesten Teams bestätigt. "Wir haben uns in diesem Bewerb neu erfunden", sagte Trainer Diego Simeone, der zwei der drei Triumphe bisher orchestrierte, nach dem 3:0 über Olympique Marseille in Lyon. Es ist dies aber ein Sieg, der ihm auch ausgerechnet seinen besten Spieler kosten könnte: Doppeltorschütze Antoine Griezmann.

Für ihn, der bereits länger vom FC Barcelona umworben wird, wäre es freilich ein nahezu perfekter Abgang. Zwei Tore als Abschiedsgeschenk, ein 3:0-Sieg gegen Salzburg-Bezwinger Marseille im Europa-League-Finale und ein erster großer Titel in seiner Karriere: So lief die wahrscheinlich letzte große Vorstellung von Griezmann für Atlético. "Marseille ist ein Offensivteam, sie sind sehr gut, aber wir haben uns auf unsere Stärken konzentriert: Gut verteidigen, ein harter Gegner sein und auf ihre Fehler lauern", umschrieb Frankreichs Teamspieler die altbekannte Taktik der Spanier. Sollte er also den Klub nach vier Jahren und zwei Europacup-Triumphen verlassen, könnte ihm Simeone wohl nicht böse sein. Denn die Chance, auch in der Champions League zu reüssieren, wäre bei Barça gewiss größer. "Wenn er uns verlässt, ist das okay, weil er so viel für den Klub gegeben hat", sagte der argentinische Coach nach dem Titelgewinn in Lyon. Atlético indes sicher verlassen wird Stürmer Fernando Torres, der am Wochenende beim Heimspiel gegen Eibar in der Primeira División seinen letzten Auftritt haben wird.


Simeone sah sich immerhin im Glauben bestätigt, auch mit Atlético Großes erreichen zu können. "Sportlich sind wir nicht so weit weg von den Teams, die tiefer in die Tasche greifen können." Tatsächlich stand man nun zum fünften Mal innerhalb von acht Jahren in einem europäischen Finale und hatte 2014 und 2016 nur äußerst knapp gegen den großen Rivalen Real Madrid den Champions-League-Sieg verpasst.

Die Erfahrung, wie es ist, eine Titelchance zu vergeben, müssen aktuell die Spieler von Marseille machen. "Es bricht mir das Herz", sagte Flügelspieler Florian Thauvin. Indes meinte Verteidiger Adil Rami, 2016 Europa-League-Sieger mit dem FC Sevilla, über die Niederlage: "Dieser letzte Schritt war zu groß für uns. Uns fehlt die Erfahrung. Gegen eine solche Mannschaft solltest du nicht versuchen, Fußball zu spielen. Du musst lange Pässe spielen und zweite Bälle gewinnen." Dabei hatte die spielerische Linie der Franzosen in der Anfangsphase durchaus vielversprechend ausgesehen. Doch während Stürmer Valère Germain bereits in den ersten Minuten eine Top-Chance ausließ, agierte Griezmann schon beim ersten Tor nach einem schweren Patzer von Mittelfeldakteur Zambo Anguissa eiskalt. "Gegen ein Team wie Atlético darfst du dir solche Fehler nicht erlauben", resümierte Coach Rudi Garcia ernüchtert. "Der Endstand spiegelt das Spiel nicht wider, das erfahrenere Team hat gewonnen. Sie wissen, wie man diese Partien spielt, spielen regelmäßig in der Champions League. Wir müssen uns also nicht schämen, verloren zu haben."

Schämen muss sich Olympique hingegen für seine Fans, die - wie auch mehrere Atlético-Anhänger - am Mittwoch durch Sachbeschädigungen und das Abbrennen von Feuerwerk für einen verspäteten Beginn des Spiels gesorgt hatten. Die Uefa hat bereits angekündigt, entsprechende Disziplinarmaßnahmen einzuleiten.

Sturm gegen Ajax oder Basel
Während Madrid für die kommende Champions-League-Saison gesetzt ist, bekommt es hier Sturm Graz schon in der zweiten Qualifikationsrunde mit einem Hochkaräter zu tun. Die im schwierigen Nicht-Meister-Weg antretenden Steirer haben entweder Ajax Amsterdam oder den FC Basel als Gegner. Meister Salzburg steigt erst in der dritten Qualifikationsrunde in den Kampf ein.




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Dokument erstellt am 2018-05-17 17:27:49


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