• vom 22.05.2018, 17:15 Uhr

Fußball


Zweite Liga

Die Nebel im Unterhaus lichten sich




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  • Der reformierten zweiten Liga werden ab kommender Saison 16 Vereine angehören. Das Gerangel um die Tickets geht in die letzte Phase.

Wien. (rel) Wenn im Juli in der reformierten, dann aus 16 Teams bestehenden zweiten Liga die Saison beginnt, wird für den FAC Oliver Oberhammer an der Seitenlinie stehen. Aber nicht nur für ihn, sondern auch für andere Akteure - Trainer, Spieler, Funktionäre - werden die ersten Wochen im neu gestalteten Format spannend. Die Umbenennung von der Ersten Liga in zweite Liga und die Einführung eines neuen Logos samt klaren Zielvorgaben war da noch die leichteste Übung. Die Umsetzung und die Nutzung daraus sich ergebender Vorteile ist freilich eine andere Sache. Demnach soll ja die aufgestockte Liga, in der nun Profivereine, maximal drei Amateurmannschaften von Profi-Vereinen und Amateurvereine spielen werden, als "Drehscheibe" zwischen Profifußball und Amateursport dienen. Etwas Sorgen bereitet da noch die Frage, ob sich genügend Teams aus den drei Regionalligen für den Aufstieg in die Liga begeistern werden. Während das in Ost und Mitte kein Problem ist, gab es vor allem im Westen zuletzt nur Wackelkandidaten. Das hatte weniger mit Wollen als mit Können zu tun. So verzichtete der USK Anif, Tabellenführer der Regionalliga West, ausdrücklich auf den Aufstieg in die neue zweite Liga, weil dem Verein das vorgeschriebene Flutlicht fehlt.

Wenig Interesse im Westen
Aus den Regionalligen haben aktuell nur acht Vereine und vier Amateurmannschaften von Profi-klubs Anträge eingereicht. Davon sind fünf Teams aus der Ostliga, sechs aus der Regionalliga Mitte und nur eine Mannschaft aus der Westliga an einem Aufstieg interessiert. Aus der Regionalliga West hat nur das Amateurteam von Wacker Innsbruck einen Zulassungsantrag gestellt. Das mittels ÖFB-Beschluss festgelegte Kriterium (maximal drei Aufsteiger pro Regionalliga) kann aber so nicht erfüllt werden, will man die zweite Liga dennoch mit 16 Mannschaften spielen. ÖFB-Boss Leo Windtner hatte daher Flexibilität eingefordert, gab sich aber "sehr zuversichtlich", dass das Zweitklassenformat im Juli in Vollbesetzung starten werde. Immerhin hat der Rückzieher von Anif auch positive Seiten: So dürfen sich nämlich die beiden potenziellen Abstiegskandidaten in der noch laufenden alten Ersten Liga, FAC und Blau-Weiß Linz, freuen: Sie sparen sich durch den Verzicht die Relegation und schaffen dank des neuen Formats den Klassenerhalt.


Während also im Tabellenkeller soweit alles beim Alten bleibt, scharren am oberen Ende die Aufstiegskandidaten für die ebenfalls neu reformierte Bundesliga schon in den Startlöchern. Ihr Ansinnen bekundet, aus der zweiten Klasse aufsteigen zu wollen, haben die Erstplatzierten Wacker Innsbruck und Hartberg sowie darüber hinaus Wiener Neustadt, Ried, Austria Lustenau und Kapfenberg. Allein die Ticketvergabe ist hier mit Ausnahme von Innsbruck, das ja bereits als Meister feststeht, noch völlig offen.

Alles hängt hier vom Entscheid des Ständigen Neutralen Schiedsgerichtes, an das sich Hartberg wegen seiner fehlenden Lizenz gewandt hat, ab. Sollte das Schiedsgericht die Ablehnung der Spielberechtigung bestätigen, hätte das doch einige Konsequenzen. Nicht nur würde sich Bundesliga-Schlusslicht SKN St. Pölten damit die Relegation sparen und folglich erstklassig bleiben, sondern auch das im Unterhaus an dritter Stelle stehende Wiener Neustadt steigt fix auf.

Zuschauerzahlen für die zweite Liga, die schon jetzt mit einem bescheidenen Besucherandrang zu kämpfen hat, wurden bewusst nicht als Ziele definiert. Vielmehr steht die Entwicklung von Vereinen und von Spielern im Vordergrund. So soll der Anteil der U22-Spieler möglichst über 25 Prozent liegen, zudem sollen zwölf Spieler jährlich den Sprung in die Bundesliga schaffen.

Nur noch Wochenendspiele
Gefördert wird die neue 16er-Liga mit 2,3 Millionen Euro. Die finanzielle Unterstützung kommt aus drei Töpfen: Jeder Klub erhält einen Sockelbetrag in gleicher Höhe, der Einsatz junger österreichischer Spieler wird aus dem Österreicher-Topf honoriert. Auch gehören Runden unter der Woche hinkünftig der Vergangenheit an, gespielt wird nur noch am Freitag, Samstag oder Sonntag.




Schlagwörter

Zweite Liga, Reform, Aufstieg, Abstieg

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Dokument erstellt am 2018-05-22 17:21:55


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