Wien. Meistertitel und Punkterekord sind vergeben, die Europacup-Plätze eingeteilt. Doch zumindest für eine Mannschaft in der tipico-Bundesliga bietet der Saisonausklang noch einen Nervenkitzel: St. Pölten ist vor dem Spiel der 36. und letzten Runde bei der Admira am Sonntag (alle Partien 17.30 Uhr) abgeschlagenes Schlusslicht, muss die Konzentration aber hoch halten. Sofern Aufstiegsaspirant Hartberg doch noch die Lizenz erhält, geht es am 31. Mai und 3. Juni in der Relegation gegen den Dritten der zweitklassigen Erste Liga um den Verbleib im Oberhaus. Sollte Hartbergs Ansinnen am Montag vom Ständigen Neutralen Schiedsgericht abgeschmettert werden, kann der SKN fix in der höchsten Spielklasse verbleiben.

Daran will Trainer Dietmar Kühbauer derzeit aber ebensowenig einen Gedanken verschwenden wie an den möglichen Gegner. "Wir schauen nur auf das Admira-Match", betonte der Ex-Teamspieler. Deshalb könne man das Duell mit den Südstädtern auch nicht als Generalprobe für eine mögliche Relegation bezeichnen. Gegen die Admira gehe es darum, den jüngsten Aufwärtstrend mit zuletzt zwei Siegen en suite fortzusetzen. "Wir spielen jetzt auf einem anderen Niveau, das haben sich die Spieler selbst erarbeitet. Sie funktionieren wieder als Mannschaft", meinte Kühbauer. Lob gab es auch für die Truppe des Rivalen. "Dass es die Admira in den Europacup geschafft hat, ist eine großartige Geschichte für sie. Sie haben super Spieler mit einer sehr guten Mentalität und stehen zu Recht dort, wo sie jetzt sind", sagte der Burgenländer über seinen fünftplatzierten Ex-Klub.

Dieser Respekt beruht auf Gegenseitigkeit. "Für uns wird es sicher nicht leicht. St. Pölten hat sich zuletzt gut präsentiert", erklärte Admira-Coach Ernst Baumeister, der dem Match relativ entspannt entgegenblickt. "Vielleicht ist nicht mehr der ganz große Nachdruck da, weil es um nichts mehr geht - aber dadurch können wir auch befreit aufspielen." Eine Juxpartie sei von seiner Elf allerdings sicher nicht zu erwarten. "Es geht auch um Punkteprämien, und als Profi will man einfach nicht verlieren, noch dazu, wenn man in einem Derby spielt", sagte Baumeister.

Zwei Gastspiele in einem


Die beiden Wiener Großklubs müssen ihren Ligaabschluss in der Fremde begehen. Der SK Rapid, der sich den dritten Platz hinter Cupsieger Sturm Graz und vor dem Europacup-Rückkehrer Lask schon gesichert und vergangene Woche den emotionalen Abschied von Steffen Hofmann gefeiert hat, tritt auf ungeliebtem Terrain beim WAC an, gegen den es in den bisherigen elf Meisterschaftsspielen nur zu einem Sieg gereicht hat. Der gelang allerdings auch in einem Saison-Abschlussmatch: mit einem 5:0 vor drei Jahren.

Die Austria musste dagegen ihr geplantes Heimspiel gegen Meister Salzburg nach Wiener Neustadt verlegen. Das Happel-Oval ist aufgrund des Frauenlaufs nicht verfügbar. Davon wollen sich die Wiener nicht beirren lassen. Nach einer völlig verkorksten Saison liegen sie auf Platz sieben. "Die Saison ordentlich zu Ende spielen", lautet die Forderung von Trainer Thomas Letsch.