Klagenfurt. Österreichs Fußball-Nationalteam hat am Samstagabend einen historischen Erfolg gefeiert. Die ÖFB-Auswahl setzte sich gegen Weltmeister Deutschland im ausverkauften Klagenfurter Wörthersee-Stadion durchaus verdient mit 2:1 (0:1) durch und gewann damit auch das fünfte Spiel unter der Leitung von Teamchef Franco Foda. Es war der insgesamt siebente Länderspiel-Triumph Österreichs nacheinander.

So eine Serie hatte Österreich bisher erst einmal hingelegt, von 1933 bis zur WM 1934 unter "Wunderteam-Coach" Hugo Meisl. Auch mit den fünf Siegen zum Amtszeitstart wurde eine bisherige ÖFB-Bestmarke egalisiert. Nur Georg Schmidt/Felix Latzke (1982) hatten dieses Kunststück bisher geschafft. Nach einem frühen Treffer von Mesut Özil nach einem Patzer von ÖFB-Tormann Jörg Siebenhandl (11.) sorgten Martin Hinteregger (53.) und Alessandro Schöpf (69.) in einer extrem starken zweiten Hälfte vor 29.200 Zuschauern für die Wende.

Österreich, das am Sonntag in einer Woche in Wien Rekordweltmeister Brasilien empfängt, feierte im prestigeträchtigen Duell damit nach neun Niederlagen en suite wieder einmal einen Sieg. Es war der erste seit einem 4:1 in Wien am 29. Oktober 1986 sowie der neunte im 40. direkten Duell. Die Partie war aufgrund starker Regenfälle, die den Platz in Mitleidenschaft gezogen hatten, fast 1:45 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn angepfiffen worden.

1:0-Sieg gegen Russland

Franco Foda änderte sein Team gegenüber dem 1:0-Sieg gegen Russland am Mittwoch an drei Positionen. Siebenhandl hütete anstelle von Heinz Lindner das Tor, zudem begannen David Alaba und Florian Grillitisch. Für sie mussten Louis Schaub und Florian Kainz auf die Bank. In der Abwehr schenkte er wieder der beim 1:0-Erfolg gegen Russland bewährten Dreierkette mit Aleksandar Dragovic, Sebastian Prödl und Hinteregger das Vertrauen. Bei den Deutschen gab Manuel Neuer nach langer Verletzungspause sein lang ersehntes Comeback. Sie traten keinesfalls in Bestbesetzung an, Stars wie Thomas Müller, Mats Hummels, Jerome Boateng oder Toni Kroos hatten die Reise nach Klagenfurt erst gar nicht angetreten, waren im WM-Vorbereitungs-Teamquartier in Südtirol geblieben.

Trotzdem war die DFB-Elf nach einer dreimaligen Aufwärmphase in der ersten halben Stunde klar überlegen, ließ den Ball geschickt laufen. Österreich bekam kaum Zugriff auf die Partie und geriet schnell in Rückstand. Ein missglückter Abschlag von Siebenhandl landete genau bei Özil, der überlegt einschoss. Siebenhandl war zwar noch dran, der Ball fand aber via Innenstange den Weg ins Tor. Ein denkbar schlechter Start für den 28-Jährigen in seinem erst zweiten Länderspiel. Wenig später unterlief auf der Gegnerseite Neuer ein ähnlicher Fehler, der Abschluss von Alessandro Schöpf fiel aber zu schwach aus (14.).