Moskau. Marcus Berg blieb in jener Nacht lange wach. Eigentlich sogar bis zum nächsten Tag in der Früh. Jimmy Durmaz, Martin Olsson, Isaac Kiese Thelin und der 31-Jährige saßen im WM-Quartier der Schweden zusammen und redeten. "Wir haben darüber gesprochen, wie wir als Nächstes reagieren sollen", erzählte der Teamstürmer. Es war die Nacht nach dem 1:2 gegen Deutschland.

Durmaz hatte in der Nachspielzeit Timo Werner gefoult und so den Freistoß verursacht, den Toni Kroos zum 2:1 verwandelte. Der als Sohn assyrischer Eltern in Örebro geborene Durmaz wurde in sozialen Netzwerken danach massiv beleidigt und bedroht. Am Tag darauf versammelte sich das Team geschlossen hinter Durmaz und rief gemeinsam: "Fuck Racism". Für die schwedischen Journalisten vor Ort war die erlebte Solidarität mit ein Grund für die starke Leistung beim anschließenden 3:0 gegen Mexiko und dem damit verbundenen Aufstieg ins Achtelfinale. Dort wartet auf den Gruppensieger am Dienstag (16 Uhr MESZ) die Schweiz. Die überdurchschnittliche Geschlossenheit in einer an sich durchschnittlich besetzten Mannschaft soll die Schweden nun ins Viertelfinale tragen.

Allerdings wartet mit der Schweiz ein schwieriger Gegner, bei dem nach einer starken Vorrunde, in der Brasilien ein 1:1 abgerungen wurde, die Zuversicht groß ist. "Schweden ist machbar", sagte Valon Behrami. Der Mittelfeldmann sprach von einer großen Chance.

Die Schweizer Spieler verweisen zudem darauf, dass das Team, das sich in den vergangenen Jahren regelmäßig für Welt- und Europameisterschaften qualifiziert hat, mittlerweile viel Turniererfahrung besitzt. Mit Kapitän und Rechtsverteidiger Stephan Lichtsteiner und Innenverteidiger Fabian Schär fehlen gegen Schweden aber gleich zwei Säulen der Abwehrkette aufgrund von Gelb-Sperren.