Wien. Wenn Kroatien am Mittwochabend in Moskau gegen England um den Einzug ins Finale der Fußball-WM spielt, wird die Ottakringer Straße in Wien von Anhängern der Kroaten vermutlich wieder zur Fanmeile gemacht. Um Szenen wie am vergangenen Samstag mit Schwerverletzten, Festnahmen und Dutzenden Anzeigen zu verhindern, plant die Polizei einen Einsatz mit zahlreichen Beamten und Kontrollen im Vorfeld.

"Die Vorkommnisse von Samstag fließen in das Einsatzkonzept ein", sagte Polizeisprecher Patrick Maierhofer am Montag zur "Austria Presse Agentur". "Es werden sicher nicht weniger Polizisten dort sein", kündigte er an. Beim Viertelfinalsieg über Gastgeber Russland waren schlussendlich rund 100 Beamte im Einsatz, vier davon wurden durch Wurfgegenstände und Pyrotechnik verletzt.

Zwei Frauen waren auf der Ottakringer Straße ebenfalls durch pyrotechnische Gegenstände schwer verletzt worden. Maierhofer erläuterte, rund um das Halbfinalspiel am Mittwoch (ab20 Uhr MESZ) würden auch Kontrollen durchgeführt und damit versucht, Pyrotechnik im Vorfeld abzunehmen. Wie der Abend dann verlaufen wird, sei vermutlich auch abhängig vom Spielverlauf, sagte der Polizeisprecher.

Neonazi-Provokationen

Am Samstag wurden drei Personen, alle österreichische Staatsbürger, wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und schwerer Körperverletzung festgenommen. Dazu kamen elf Anzeigen nach dem Pyrotechnikgesetz sowie 54Anzeigen nach dem Verkehrsrecht. Laut Augenzeugenberichten soll es auch "Sieg-Heil"-Rufe, den Hitler-Gruß sowie Fahnen des faschistischen Ustascha-Regimes gegeben haben.