Prominenter Neuzugang: Zlatko Junuzovic verstärkt Salzburg. - © apa/expa/Roland Hackl
Prominenter Neuzugang: Zlatko Junuzovic verstärkt Salzburg. - © apa/expa/Roland Hackl

Salzburg/Wien. (art) Viel wurde über sie geredet in den vergangenen Monaten, jetzt ist sie da: Mit dem 2:1-Heimsieg der Wiener Austria gegen Wacker Innsbruck am Freitag nahm die reformierte tipico-Bundesliga mit ihren neuerdings zwölf Vereinen und verändertem Modus Fahrt auf. Das Spitzenspiel der ersten Runde steigt am Sonntag in Salzburg, wenn der Meister den Lask empfängt (17 Uhr). Die Oberösterreicher wollen dabei eine beeindruckende Serie des Titelträgers brechen: Seit Red Bull 2005 das Zepter übernommen hat, haben die Salzburger bei einem Auftaktspiel vor eigenem Publikum noch keinen Punkt abgegeben. Vor dem Lask ist Salzburg aber gewarnt. Zum einen hat die Mannschaft von Oliver Glasner bei ihrer Europacup-Rückkehr mit einem 4:0-Hinspielsieg gegen Lilleström eine starke Vorstellung abgegeben, zum anderen hat sie die jüngsten vier Liga-Spiele in Salzburg nie verloren.

Über die Saison betrachtet ist Salzburg allerdings der Topfavorit - heuer vielleicht noch mehr als in den vergangenen Jahren. Denn anders als früher, als nationalen Erfolgen meist ein Umbruch gefolgt war, ist dieser heuer ausgeblieben. Nicht nur Trainer Marco Rose blieb dem Halbfinalisten der Europa League treu, er konnte auch beinahe den gesamten Kader halten. Lediglich der kroatische WM-Finalist Duje Caleta-Car wechselte für den Bundesliga-Rekord von 17 bis 19 Millionen Euro nach Marseille, Valon Berisha, einer der auffälligsten Spieler der vergangenen Saison, musste an Lazio Rom abgegeben werden. Dafür kehrte allerdings Smail Prevljak, der drittbeste Torschütze der Bundesliga 2017/18, von seinem Leihgastspiel in Mattersburg zurück, zudem konnte Salzburg in Zlatko Junuzovic einen prominenten Neuzugang präsentieren. Und aus der Akademie sowie dem Zweite-Liga-Klub Liefering kommen stets neue Talente nach.

Modus wird positiv bewertet


In der Trainerumfrage der Austria Presse-Agentur nannten ausnahmslos alle Trainer der zwölf Bundesliga-Vereine die Salzburger als Meistertipp. "Man hat gerechnet, dass es bei ihnen den größten Umbruch geben wird. Aber sie haben ihn am kleinsten gehalten", sagt Lask-Coach Glasner. Auch Austria-Trainer Thomas Letsch meint: "Der Umbruch bei ihnen war noch nie so klein. Im Gegenteil: Sie haben Qualität dazubekommen. Alles andere als der Titel für Salzburg wäre eine große Überraschung." Einziges Fragezeichen ist die Doppelbelastung, vor allem wenn Salzburg - wie allgemein erwartet - erstmals in der Red-Bull-Ära den Einzug in die Gruppenphase der Champions League schaffen sollte. Rose äußert sich daher - und aus Respekt vor den Konkurrenten, von denen er die "üblichen Verdächtigen" Rapid, Sturm, Graz und diesmal auch wieder die Austria am stärksten einschätzt - vorsichtig. "Es ist sicher so, dass wir kämpfen werden und müssen", sagt er.