Lukas Grozurek nach seinen Treffer zum 0:1. - © APAweb/EXPA,JOHANN GRODER
Lukas Grozurek nach seinen Treffer zum 0:1. - © APAweb/EXPA,JOHANN GRODER

Wien. Sturm Graz hat in der Fußball-Bundesliga auch das zweite Spiel gegen einen Aufsteiger gewonnen. Beim ersten Bundesliga-Spiel auf dem Innsbrucker Tivoli nach mehr als vier Jahren gewannen die Grazer gegen Wacker Innsbruck mit 3:2 (1:0). Die Innsbrucker warten nach einer neuerlichen guten Leistung und zwischenzeitlichem 0:3-Rückstand dagegen weiter auf den ersten Punkt nach der Bundesliga-Rückkehr.

Sturm-Trainer Heiko Vogel stellte gegenüber der Niederlage in der Champions-League-Qualifikation gegen Ajax Amsterdam in der Abwehr wieder von einer Vierer- auf eine Dreierkette um und setzte mit Anastasios Avlonitis, Lukas Grozurek und Markus Pink auf drei Neue. Auch Wacker-Trainer Karl Daxbacher stellte gegenüber der Auftaktniederlage bei Austria Wien in der Abwehr von einer Fünfer-auf eine Viererkette um und brachte mit Daniele Gabriele eine zusätzliche Offensivkraft.

Bei Standardsituationen gefährlich

In der Anfangsphase war Innsbruck die aktivere Mannschaft, Sturm präsentierte sich zunächst fehlerhaft. So vergaben die Grazer auch die erste große Möglichkeit. Peter Zulj beendete in der sechsten Minute einen an sich guten Konter mit einem schlampigen Fehlpass. Danach sorgten vor allem Standardsituationen für Gefahr. Mit einer solchen gelang den Grazern auch die Führung. Grozurek traf in der 21. Minute nach einer kurz abgespielten Ecke unbedrängt von der Strafraumgrenze.

Auch nach der Grazer Führung blieben die Innsbrucker die aktivere Mannschaft und hatten noch vor der Pause zwei Ausgleichschancen. Stefan Meusburger köpfelte in der 30. Minute nach einer Ecke aus fünf Metern knapp über das Tor. Sieben Minuten später vergab Zlatko Dedic nach einer Hereingabe von Ilkay Durmus ebenfalls aus kurzer Distanz.

2. Halbzeit

Sturm kam aber besser aus der Kabine und hatte durch Philipp Hosiner schnell zwei Chancen auf das 2:0 (47., 50.). In der 56. Minute war es dann aber so weit: Innsbruck-Tormann Knett rettete gegen Hosiner, Pink übernahm den Abpraller und traf von der Strafraumgrenze ins verwaiste Tor. Praktisch im Gegenzug hatte Gabriele die Chance auf den Anschlusstreffer, sein Schuss nach schöner Kombination fiel aber zu schwach aus. Auf der anderen Seite machte es Grozurek, der nach der Pause für Sturm-Kapitän Stefan Hierländer ins Zentrum wechselte, besser. In der 60. Minute traf er aus 18 Metern ins lange Eck und sorgte damit für die Entscheidung.

Die Gastgeber steckten trotzdem nicht auf, zeigten Moral und kamen wieder besser ins Spiel. In der 73. Minute traf Dedic per Kopf die Querlatte. Martin Harrer gelang in der 77. Minute nach einem schlechten Rückpass von der Strafraumgrenze ins leere Tor das 1:3. In der 83. Minute schoss Harrer nach einem sehenswerten Sololauf noch den Anschlusstreffer. Die Innsbrucker witterten danach die Ausgleichschance, mit der Brechstange kam Wacker aber zu keiner nennenswerten Chance mehr. In der Nachspielzeit ging dagegen eine Rettungsaktion von Matthias Maak vor dem Innsbrucker Tor an die Stange.

Rapid verpatzte Heimauftakt 

Emanuel Schreiner (Altach), Jan Zwischenbrugger (Altach), Thomas Murg (Rapid) kämpfen um den Ball. - © APAweb,HANS PUNZ
Emanuel Schreiner (Altach), Jan Zwischenbrugger (Altach), Thomas Murg (Rapid) kämpfen um den Ball. - © APAweb,HANS PUNZ

Der SK Rapid Wien wiederum hat seinen Heimauftakt in der Fußball-Bundesliga verpatzt. Die Hütteldorfer kamen am Samstag trotz langer Führung gegen den SCR Altach nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus und mussten die Tabellenführung abgeben. Nach einem Tor von Rückkehrer Deni Alar (35.) gelang dem eingewechselten Hannes Aigner (88.) noch der Ausgleich.

Rapid startete bei Temperaturen von deutlich jenseits der 30 Grad praktisch mit derselben Formation, die vergangene Woche die Admira mit 3:0 besiegt hatte. Einzig Maximilian Hofmann fehlte wegen muskulärer Probleme in der Wade. An seiner Stelle bildete Mario Sonnleitner mit dem neuen Abwehrchef Mateo Barac die Innenverteidigung.

Bei Altach stürmte statt Aigner, schon beim Auftakt gegen Mattersburg (2:3) zweifacher Torschütze, vorerst Adrian Grbic. Die Vorarlberger agierten in einem sehr defensiven System mit Fünferkette, ließen dadurch in der Anfangsphase wenig klare Torszenen zu. Rapid kam vorerst nur zu vielen ungefährlichen Standardsituationen. Ein Freistoß von Christoph Knasmüllner ging drüber (10.), Alar nahm sich nach gutem Zuspiel des Mittelfeldspielers den Ball nicht richtig mit (29.).

 Halbchancen

Fünf Minuten später schlug Alar aber erstmals nach seiner Rückkehr von Sturm Graz zu Rapid zu. Nach einer Flanke von Boli Bolingoli legte Kapitän Stefan Schwab per Kopf auf Knasmüllner zurück. Dessen Schussversuch landete direkt bei Alar, der zur zu diesem Zeitpunkt verdienten Führung abschloss. Dazu kamen für Rapid noch Halbchancen durch Andrei Ivan (18., 43.) und ein gefährlicher Kopfball von Barac (45.).

Auf der Gegenseite hatte Barac einen Schuss von Manfred Fischer im 16er abgeblockt (19.). Selbiges tat der Kroate kurz vor der Pause auch mit einem Versuch von Grbic - allerdings mit der erhobenen Hand. Grbic reklamierte zurecht Elfmeter, bekam diesen aber nicht zugesprochen.

2. Halbzeit

Nach Seitenwechsel änderte sich das Geschehen schlagartig, Altach war auf dem an einigen Stellen von einem Pilzbefall in Mitleidenschaft gezogenen Rasen im Allianz Stadion plötzlich die deutlich aktivere Mannschaft. Ein Schuss von Emir Karic ging daneben (49.), ein Treffer von Philipp Netzer wurde wegen Abseits nicht anerkannt (60.).

Rapid bekam das Spiel erst Mitte der zweiten Hälfte wieder besser unter Kontrolle, Knasmüllner vergab aber die Großchance auf die Vorentscheidung. Der 26-Jährige kam nach Querpass des eingewechselten Veton Berisha am Fünfer völlig frei zum Ball, traf aber nur die rechte Innenstange (75.).

Das rächte sich: Der wie Aigner eingewechselte Joshua Gatt düpierte auf der linken Seite Sonnleitner, in der Mitte ließ Barac Aigner viel zu viel Platz und der Routinier köpfelte ein. Es war das dritte Saisontor des 37-Jährigen im zweiten Ligaspiel. Aigner, der für alle bisherigen Altach-Tore verantwortlich zeichnet, führt damit auch ex aequo mit Salzburgs Munas Dabbur die Schützenliste an.

Treffsicherheit 

Diesmal reichte Aigners Treffsicherheit auch zum ersten Punktgewinn. Knasmüllner war einem Tor zwar noch einmal nahe, nach dessen Heber und Zug zum Tor rettete Jan Zwischenbrugger aber noch mithilfe der Stange (90.). Ein abschließender Kopfball von Alar in der Nachspielzeit ging knapp über das Tor. Rapid kassierte damit im dritten Pflichtspiel der Saison nicht nur das erste Gegentor, sondern verließ auch erstmals nicht als Sieger den Platz. Die Generalprobe für den ersten Europacup-Auftritt, das Drittrunden-Hinspiel der Europa-League-Qualifikation bei Slovan Bratislava, ist ebenfalls misslungen.

Salzburg behält weiße Weste

Und Fußballmeister Salzburg hat am Samstag in Mattersburg einen hart erkämpften 2:0-Last-Minute-Sieg gefeiert. Nachdem man über 90 Minuten erfolglos gegen das Defensivbollwerk der Burgenländer angelaufen war, erlösten Andre Ramalho (93.) und Munas Dabbur (95.) die "Bullen" erst in der Nachspielzeit.

Das Duo sorgte damit nicht nur für die vorläufige Tabellenführung der Salzburger, sondern auch für eine gelungene Generalprobe für die Champions-League-Qualifikation. Dort empfängt man am Mittwoch den mazedonischen Meister Shkendija Tetovo.

Die auffälligste Änderung in Salzburgs Elf fand in der Defensive statt: Stefan Lainer, der zum Auftakt seiner Enttäuschung über den geplatzten Wechsel zu Napoli Luft gemacht hatte, fehlte erkrankt. Weil auch Patrick Farkas (Kreuzbandriss) nicht zur Verfügung stand, agierte der eigentlich zentrale Mittelfeldmann Enock Mwepu an seiner Stelle. Neuzugang Zlatko Junuzovic spielte erstmals in der Liga von Beginn an, im Sturm war neben Munas Dabbur auch Reinhold Yabo zu Gange.

Die Hitze

Für Salzburg wurde es bei quälend hohen Temperaturen die erwartet mühsame Partie gegen eine massierte, körperbetont agierende Defensive. Lange vermochte man es nicht, Gefahr aufzubauen - gut 73 Prozent Ballbesitz vor der Pause halfen nichts. Ein Köpfler von Dabbur aus spitzem Winkel, den Markus Kuster parierte (21.), und ein hauchdünn am Tor vorbeiziehender Weitschuss Xaver Schlagers (45.+1) blieben die einzig nennenswerten Aktionen. Auch wenn die Gäste ab der 30. Minute deutlich druckvoller und gefährlicher agierten.

Dass es Mattersburgs Neuzugang Marko Kvasina war, der mit einem Knaller an die Oberlatte (44.) für die größte Chance bis dahin sorgte, war angesichts der offensiven Zurückhaltung der Burgenländer zumindest kurios. Erst nach den Seitenwechsel suchten die Hausherren den Weg nach vorne, holten dabei immerhin ihre ersten beiden Eckbälle heraus. Die erste Chance aber fand Salzburg vor, nach einem schnellen Konter musste Kuster per Fuß gegen Hannes Wolf zur Ecke klären (56.), kurz darauf entschärfte er eine bedrohliche Yabo-Flanke (58.) und griff erfolgreich gegen Dabbur ein (63.).

Mängel

Von da an hatte Salzburg wieder das Kommando übernommen, zerbrach letztlich aber an der Abwehr der Burgenländer bzw. am eigenen Unvermögen: Meist fehlte die Präzision, und die Standards (insgesamt 14 Eckbälle) fielen größtenteils zu harmlos aus. Auch die Einwechslungen von Amadou Haidara, des zuletzt an Mattersburg verliehenen Smail Prevljak und Takumi Minaminos brachten nicht den gewünschten Erfolg.

Als die Zeit ablief, wurden Weitschüsse zum Mittel der Wahl. Kuster war vorerst aber gegen Haidara am Posten (86.), Mwepus Versuch strich knapp am Tor vorbei (91.). Dann aber kam Ramalhos Schuss, der via Innenstange ins Tor prallte. Dabbur erhöhte zwei Minuten später nach einem Ballverlust der verzweifelt nach vor stürmenden Mattersburger noch auf 2:0.