• vom 07.08.2018, 19:01 Uhr

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Titeljagd nach Ladenschluss




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  • In der Premier League schließt sich das Transferfenster - am Wochenende startet der Ligabetrieb.

London. Mit dem Duell zwischen Manchester United und Leicester City von Christian Fuchs startet die englische Fußball-Premier-League am Freitag in ihre 28. Saison. Bis Donnerstagabend richten sich aber die Blicke zum auf der Insel erstmals früher schließenden Transferfenster. Bisher war das Wechseltreiben ein ruhiges, das könnte sich in den letzten Stunden noch ändern. Die Deadline lautet Donnerstag, 18 Uhr MESZ. Bis dahin erwartet Fußball-England noch einmal Wechsel-Schnellschüsse, Speed-Medizintests und viel Geld, das dank TV-Millionen-Einnahmen und offener Milliardärs-Schatullen hin und her geschoben wird.

"Es ist das komischste Transferfenster überhaupt", sagte Nick Cassidy von DRN, der Agentur, die die Spielertransfers im englischen Oberhaus abwickelt. "Wir hatten erwartet, dass sich die Dinge nach der WM beschleunigen würden, aber das haben sie nicht. Viele Klubs warten bis zur letzten Minute." Die Topklubs haben ihre Hausaufgaben teilweise früher als üblich erledigt. Liverpool etwa, das seinen Kader mit dem brasilianischen Team-Keeper Alisson Becker um 75 Millionen Euro, Landsmann Fabinho, Ex-Salzburger Naby Keita sowie dem Schweizer Xherdan Shaqiri verstärkt hat und nun endlich genug Qualität mitbringen will, um auch Endspiele zu gewinnen.


Citizens Favorit
Seit der deutsche Starcoach Jürgen Klopp an der Anfield Road werkelt, standen die Reds in der Champions League, Europa League und im Liga-Cup jeweils im Finale - verloren aber jedes einzelne. "Das muss sich ändern", forderte Teamspieler Adam Lallana. "Wir haben alle Zutaten, die es braucht: die Erfahrungen, den passenden Kader."

Liverpool zählt wie Manchester United sowie den Londoner Großklubs Tottenham, Chelsea und Arsenal zum Kreis jener Topmannschaften, die Titelverteidiger Manchester City herausfordern wollen. Für einige dürfte es einzig darum gehen, den Rückstand auf die in der Vorsaison mit 100 Punkten in 38 Spielen überragende Elf von Pep Guardiola zu verkürzen. Oder wie es Liverpools Lallana formulierte: "Hoffentlich gelingt es uns und den anderen vier Topteams, heuer ein wenig mehr Punkte aus City herauszuquetschen. Nur dann wird es spannend werden."

Lokalrivale United hatte als Vizemeister 19 Punkte Rückstand. Wie berechtigt die Hoffnungen sind, dürfte sich bereits beim ersten Ligaschlager der Saison zeigen, wenn Arsenal am Sonntag den Titelträger empfängt. Bei den Gunners läutete der Abgang von Arsène Wenger nach 22 Jahren als Trainer eine neue Ära ein. Der baskische Nachfolger Unai Emery holte mit dem deutschen Goalie Bernd Leno, Verteidiger Sokratis oder dem Schweizer Stephan Lichtsteiner jede Menge Erfahrung dazu. Demnächst könnte sich auch bei den Besitzverhältnissen bei Arsenal etwas ändern: Laut Medien steht der US-amerikanische Mehrheitseigentümer Stan Kroenke vor einer Komplettübernahme.

Fünf Österreicher
Auch wenn es seit Manchester United 2008/09 keinem Team mehr gelang, den Titel zu verteidigen, so ist und bleibt City der große Favorit. Die Sky Blues hielten alle Schlüsselspieler und verfügen über einen Kader, der ein weiteres Mal nach Guardiolas Wünschen adaptiert wurde. Prominentester Neuzugang ist Riyad Mahrez, der vom Fuchs-Klub Leicester City für knapp 70 Millionen Euro kam. Wohin die Reise geht, zeigte die Guardiola-Truppe bereits am Sonntag, als sie mit dem Community Shield den ersten möglichen Titel der Saison holte. Chelsea samt Neo-Trainer Maurizio Sarri wurden souverän 2:0 besiegt.

Aus österreichischer Sicht richtet sich der Blick vor allem auf Marko Arnautovic, der eigentlich West Ham helfen sollte, nach einer durchwachsenen Saison mit Rang 13 näher an die europäischen Startplätze zu bringen, andererseits aber auch noch den Verein wechseln könnte. Neben Arnautovic und Fuchs sind drei weitere Österreicher in England engagiert. Innenverteidiger Sebastian Prödl geht in seine vierte Saison bei Watford, Daniel Bachmann ist ebendort (Ersatz-)Torhüter. Zum Auftakt fordern die Hornets am Samstag Brighton and Hove Albion mit Ex-ÖFB-Teamspieler Markus Suttner.




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Dokument erstellt am 2018-08-07 16:59:23


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